Der Osterburger Stadtrat hat am Donnerstagabend den Um- und Ausbau des Rad- und Gehweges an der Stendaler Chaussee beschlossen. Allerdings ist das Vorhaben unter den Stadtpolitikern nicht unumstritten. Denn mehreren Räten ist die 330000 Euro-Investition zu teuer.

Osterburg. Der Rad- und Gehweg an der Stendaler Chaussee wird auf einer Länge von 1275 Metern grundlegend ausgebaut. Von seinem zukünftigen Beginn an der ehemaligen Tankstelle bis zum Bültgraben-Durchlass wird der Weg in einer Breite von drei Metern und mit einer Oberfläche aus Betonsteinpflaster errichtet. Der zweite Abschnitt vom Bültgraben-Durchlass bis zum Krebsweg fällt mit einer Breite von durchschnittlich 2,50 Metern etwas schmaler aus, dieses Teilstück wird zudem in Bitumen ausgeführt. Zu dem Vorhaben zählt zudem die Erneuerung der Grundstückszufahrten und die Errichtung einer LED-Straßenbeleuchtung. Vor Ort wird außerdem der Wasserverband aktiv. Der Versorger will Hausanschlüsse erneuern.

Mit Ausnahme der Investition des Wasserverbandes liegt das Vorhaben komplett in den Händen der Kommune. Rund 330000 Euro soll es kosten, 80 Prozent der sogenannten förderfähigen Kosten (insgesamt etwa 255000 Euro) steuert das Land als Unterstützung bei, die restliche Summe finanzieren die Stadt und die anliegenden Grundstückseigentümer, die über Ausbaubeiträge an dem Vorhaben beteiligt werden.

Die hohe Förderung ließ Dr. Ringhard Friedrich (CDU) am Donnerstagabend nicht als Argument pro Radweg-Ausbau gelten. "Insgesamt 330000 Euro für einen rund 1,3 Kilometer langen Rad- und Gehweg, das ist ein stolzer Preis", befand der Stadtpolitiker. "Und wir wollen diesen kostspieligen Rad- und Gehwegbau in Angriff nehmen, obwohl sich Osterburg noch mehrere Jahre in der Konsolidierung befindet", verwies Friedrich kopfschüttelnd auf die angespannte Finanzlage der Kommune. Ähnlich skeptisch betrachtete sein Fraktionskollege Torsten Werner das Vorhaben. "Ist es wirklich notwendig, für einen Radweg 330000 Euro auszugeben? Gab es keine preiswertere Alternative?", fragte er. Und auch Matthias Müller (CDU) machte seine Vorbehalte gegen den Rad- und Gehwegbau deutlich. Bei der anschließenden Abstimmung lehnten sechs Stadträte das Vorhaben ab, zwei Politiker enthielten sich. Insgesamt 15 Stadträte und damit die große Mehrheit stimmte für die grundlegende Erneuerung des Rad- und Gehweges.

Nach Einschätzung von Bauamtsleiterin Antje Spillner könnten die Arbeiten im Frühjahr beginnen, für das gesamte Vorhaben wird eine rund dreimonatige Bauzeit veranschlagt. Mit Blick auf mehrere Anwohner der Stendaler Chaussee, die am Donnerstagabend als Gäste bei der Ratssitzung dabei waren, kündigte die Bauamtsleiterin zudem an: Vor Beginn der Maßnahme werde die Stadt die Anlieger im Rahmen einer Versammlung konkret über das Vorhaben und den Ablauf der Bauarbeiten informieren.