Mit der Aufnahme des alten Straßenbelags begannen in Seehausen gestern die Arbeiten für den grundhaften Ausbau der Straße Vor dem Mühlentor. Tags zuvor trafen sich Vertreter der beteiligten Behörden und Baufirmen sowie der Stadt Seehausen zur Bauanlaufberatung.

Seehausen. Das Land Sachsen-Anhalt ist der größte Bauherr im Rahmen der Maßnahme. Daher begrüßte der Leiter der Niederlassung Nord des Landesbetriebes Bau Sachsen-Anhalt, Peter Ebneter, am Dienstag vor Ort die Gäste zur Bauanlaufberatung, unter ihnen Vertreter des Wasserverbandes Stendal-Osterburg, der Stadt und Verbandsgemeinde Seehausen, des Landkreises Stendal und der ausführenden Firma.

"Zunächst möchte ich mich bei der Stadt Seehausen für die nunmehr bereits seit 20 Jahren währende gute Zusammenarbeit bedanken", so Ebneter, der auch die Firma Ost-Bau als verlässlichen Partner im Rahmen derartiger Bauvorhaben bezeichnete. Der Behördenchef nannte als wichtigstes Ziel eine möglichst zügige Umsetzung des Projekts. Weiterhin sei es unerlässlich, dass die Erreichbarkeit der Gewerbebetriebe gewährleistet ist, dass aber auch die Anwohner zu ihren Häusern und Grundstücken kommen. "Darum haben sich alle Beteiligten darauf geeinigt, dass wöchentlich eine Bauberatung stattfindet. Jeweils im ersten Teil werden die Anlieger angehört und bei eventuell auftretenden Problemen nach Lösungswegen gesucht."

Archäologen rechnen mit Funden

Ebneter verwies auch darauf, dass die Baumaßnahme archäologisch begleitet wird. Das Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie gehe von drei Bereichen aus, in denen mit Funden zu rechnen ist. "Das wird zu baulichen Verzögerungen führen, mit denen jedoch alle Beteiligten leben müssen", so Ebneter.

"Seit zehn Jahren ist das Vorhaben geplant. In dieser Zeit hat es nicht geklappt, weil einer der Beteiligten kein Geld hatte. Jetzt wo wir alle kein Geld haben, bauen wir", scherzte Ewald Duffe, Bürgermeister von Seehausen. Er verwies jedoch darauf, dass es vom Land einen beträchtlichen Betrag an Fördermitteln gebe, auch für den städtischen Anteil. "Ohne den wäre ein solch großes Vorhaben auch gar nicht möglich in der heutigen Zeit." Der Bürgermeister hob die Bedeutung des Straßenausbaus hervor. "Es ist die letzte Zufahrtsstraße nach Seehausen, die sich in einem miserablen Zustand befindet. Das ist vor allem immer nach stärkeren Regenfällen zu sehen." Zu der archäologischen Begleitung der Baumaßnahme sagte Duffe: "Das Problem der Grabungen kennen wir in Seehausen besonders gut. Aber wir haben es immer verstanden, mit den Archäologen gut zurecht zu kommen. Ich bin zuversichtlich, dass dies es auch diesmal gelingen wird." Es werde nicht zu verhindern sein, dass es für die Anlieger zeitweise zu Einschränkungen komme.

Gefällte Linden sollen ersetzt werden

Ebneter ergänzte, dass sich seine Behörde und die Stadt Seehausen einig seien, dass für die gefällten Linden Neuanpflanzungen vorgenommen werden sollen. Alfred Scheer, Geschäftsführer der Firma Ost-Bau, sagte: "Wir freuen uns auf eine gute Zusammenarbeit mit allen Beteiligten. Auch wir als Unternehmen haben ein großes Interesse daran, das Vorhaben so zügig wie möglich durchzuführen."

Abschließend betonte Peter Ebneter: "Die Straße Vor dem Mühlentor soll wieder ein würdiges Eingangstor für die Stadt Seehausen werden."

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