Seehausen (hse). Heute Nachmittag treffen sich die Imker aus der Region um 13.30Uhr in der Gaststätte Henkel. Die 24 Mitglieder des Imkervereins Seehausen 1852 wollen während ihrer Jahresversammlung Rückschau halten und ihren Vorstand turnusgemäß neu wählen. Gern gesehen sind auch interessierte Gäste.

Wer in den letzten Tagen mit offenen Augen und Ohren die neu erwachende Natur erlebte, erfreute sich sicher nicht nur am Vogelgezwitscher sondern auch immer mehr an der erwachenden Blumenpracht. Schon allein das rief die fleißigen Insekten - die Bienen - auf den Plan. Emsig waren sie bei Krokusen, Narzissen, Hyazinthen und der Kätzchenweide bei der Arbeit. Nicht nur, um den begehrten, wertvollen Nektar zu sammeln. Dabei sorgen sie auch für die Bestäubung der Blüten und somit letzendlich dafür, dass die Natur und damit auch die Menschheit weiter bestehen können.

Für den Vorsitzenden des Vereins, Herbert Griguhn, ist es fast zur Selbstverständlichkeit geworden, dass er sich schon zeitig auf den Weg zum Trompeterberg aufmacht. Dort sind seine "Arbeiterinnen" zuhause. Bei gutem Wetter rüsten sie bereits zum Ausflug oder kommen auch schon mit ihrer süßen Fracht zurück. Hier noch schnell eine Kontrolle der Kästen. Alles in Ordnung. Beschaulich schaut er dem emsigen Treiben zu.

Bereits seit dem Frühjahr 1951 frönt Griguhn seinem Hobby. Damals animierte ihn sein Großvater, Besitzer einer vier Hektar großen Obstplantage in Schönberg, sich Bienen anzuschaffen um den schwindenden Obstertrag wieder zu verbessern. Natürlich war der 20-Jährige nicht gleich Feuer und Flamme. Aber nach einem Anfängerlehrgang standen bereits die ersten Stulpen (Bienenkörbe) in der Anlage. Der Funke war übergesprungen: Unter dem Vorsitz von Lehrer Schumann aus Beuster wurde er noch im gleichen Jahr Mitglied im Seehäuser Imkerverein. Zehn Jahre später wählten ihn die damals immerhin 63 Mitglieder in den Vorstand, dem er auch heute noch angehört. Seit 30 Jahren ist er Vorsitzender. Und wenn die Mitglieder es so wollen, lässt sich Griguhn auch heute wieder auf die Kandidatenliste setzen und zum Vorsitzenden wählen.

Gern erinnert sich der Senior an die Zeit vor der politischen Wende. Damals, als die LPG "Wische-Obst" im Verhältnis noch riesige Apfelplantagen anlegte und auch darauf bedacht war, möglichst reiche Ernten einzufahren. Gern sahen die Obstbauern deshalb, wenn möglichst viele Bienen die Befruchtung der Blüten übernahmen - zahlten sogar pro "gewandertem" Bienenvolk ansehnliche Prämien. Da hatte Griguhn längst seinen eigenen Bienenwagen gebaut, in dem sich die heute immerhin über eine dreiviertel Million Insekten tummeln.

Laut Griguhn bringt ein gutes Volk bei optimalen Verhältnissen, heißt kurzer Anflug und bestes Wetter, immerhin so um die 30 Kilogramm guten Honig nach Hause. Da muss Griguhns Gattin Helga beim Schleudern ordentlich mit ran. Schon damals, als sie noch ihre vier Kinder zu versorgen hatte.

Seinen 80. Geburtstag im August möchte der "Bienenvater" ganz zünftig und ausgelassen mit seinen Kindern, acht Enkeln, zwei Urenkeln, der übrigen Verwandschaft und vielen weiteren geladenen Gästen feiern.