26 Konfirmanden begaben sich am Sonntagnachmittag auf einen Kreuzweg. "Er ist eine alte christliche Tradition in der Passionszeit, um sich an den Leidensweg Jesu zu erinnern und eine Strecke des Weges mit ihm zu gehen", erklärte Hildegard Kliem. Die Referentin der katholischen Gemeinde Stendal hielt die Andacht in der Babener Kirche.

Baben. Die Strecke des Kreuzweges begann dort, wo er im vergangenen Jahr geendet hatte. In diesem Falle in Baben. Groß Schwechten, also zehn Kilometer Wegstrecke, hieß das Ziel. Von Dorf zu Dorf, so berichtete Hildegard Kliem aus ihrer Erfahrung, gesellen sich Gemeindemitglieder dazu. "Das tut uns allen gut. Nicht nur zu denken, sondern uns zu bewegen", sagte sie ermutigend.

Für die große Mehrzahl der Teilnehmer des Kreuzweges, die sonst eher selten in Baben zu Gast ist, verwies die Gemeindereferentin darauf, dass sich im Gotteshaus des Dorfes normalerweise ebenfalls ein Kreuz befindet. Das sei jedoch zur Reparatur, machte sie deutlich.

Ein anderes Kreuz hatten die 26 Konfirmanden zu schultern. Dieses Kreuz wurde 1993 zum ersten Mal auf einem Kreuzweg getragen. Die Jugendlichen bekamen von Hildegard Kliem aber noch einen anderen Hinweis mit auf den Weg: "Für diejenigen, die Andachten nicht gewohnt sind, kann ich nur sagen: Am besten, man lässt sich mal auf fremde Sachen ein und hört zu. Wenn man selbst Unruhe stiftet, kann man keine Ruhe finden." Die Jugendlichen vermochten vor Aufregung während der Andacht nämlich kaum, zwischendurch den Mund zu halten.

Vor dem ökumenischen Kreuzweg machte Hildegard Kliem auf die jüngsten Katastrophen aufmerksam, nannte die tragischen Ereignisse in Haiti und Japan und erklärte: "Man sagt so: Da kann man nur noch beten. - Lasst uns beten." Mit dem Lied "In Ängsten die einen", das sie auf der Gitarre begleitete, gedachte sie der Menschen, die in Angst leben müssen.

Gemeinsam mit dem evangelischen Pfarrer Jens Födisch, dessen Konfirmanden zahlreich vertreten waren, und dem katholischen Pfarrer aus Osterburg, Richard Perner, machte sich die Gemeinde eine Viertelstunde später auf den Weg nach Groß Schwechten. Abwechselnd das Kreuz zu tragen, bedeutete für die jungen Christen, die Leiden Jesus zu teilen. "Aber auch das Beisammensein und der Austausch sind an diesem Tag sehr wichtig", bemerkte Hildegard Kliem. Die Organisatoren des Kreuzweges hatten schließlich auch für das leibliche Wohl der Teilnehmer Vorsorge getroffen. Denn am Ziel in Groß Schwechten konnten sich die Wanderer mit Kaffee und Kuchen stärken.

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