Cylindrocladium buxicola - eine schwerwiegende Erkrankung an Buchsbaum (Buxus); erstes Auftreten in Deutschland 2004; sowohl in Baumschulen als auch in privaten und öffentlichen Gartenanlagen, in Parks oder auf Friedhöfen sorgt der Pilz für teilweise verheerende Schäden, heißt es auf der Internetseite der Landwirtschaftskammer Hannover. Barrieren sind den über Luft und Wasser übertragenen Sporen fremd. Selbst anerkannte Buchsbaumexperten wie der Babener Wilhelm Hönow sind vor der Plage aus Fernost nicht gefeit.

Baben. "Es war fast wie ein Trauerfall in der Familie", erinnert sich Wilhelm Hönow bei einem Gang über sein Grundstück, das nicht nur viele Naturliebhaber aus der Altmark von den Tagen der offenen Gärten oder den Buchsbaumtagen seit Jahren kennen.

Eine Hälfte seiner exakt gezirkelten Formationen ist von dem Pilz, der zuerst die Blätter, dann die Triebe befällt und schließlich die Pflanze zum Absterben bringt, befallen. Rettung ist nicht in Sicht. Der Übeltäter, für den es offenbar noch keine geläufige deutsche Bezeichnung gibt, hat sich zu sehr breitgemacht und den Bestand der sonst immergrünen Pflanze gelichtet.

Gegenmaßnahmen sind allerdings auch sehr schwierig. Wie bei vielen anderen Pilzkrankheiten in Land-, Forst- und Gartenwirtschaft ist ein direktes Bekämpfen des Erregers nicht möglich. Buchsbaumfreunde sollten die Beete so anlegen, dass die Pflanzen schnell abtrocknen können, um ein pilzfreundliches Klima zu vermeiden oder auf pilzresistente Sorten setzen. Was sonst bleibt, ist das Vorbeugen mit Fungiziden. Zum einen mit Kupferpräparaten (wie sie beispielsweise auch gegen die Braunfäule bei Kartoffeln oder Tomaten eingesetzt werden) oder aber mit dem Wirkstoff Mancozep, der beispielsweise im Präparat "Dithane Neo Tec" enthalten ist, das auch Hönow in 10- bis 14-tägigem Rhythmus über die gesamte Vegetationsperiode empfiehlt. Dass der Fachmann nach dem Wetterumschwung im August 2010 zu extrem feuchtwarmer Witterung nicht rechtzeitig vorgebeugt und den Fungizidbelag erneuert hat, rächt sich jetzt bitter.

Inzwischen blickt der Babener, der maßgeblich am Projekt eines Buchsbaumkompetenzzentrums im Park des Rittergutes Iden beteiligt ist, wieder nach vorne und plant - fast 74-jährig - schon eine Ersatzpflanzung. Ein Buchsbaumtag, wie ihn Hönows Stammgäste kennen, werde allerdings vorerst indes nicht mehr möglich sein. Den 2011er Buchsbaumtag, der eigentlich zum Muttertag am 9.Mai über die Bühne gehen sollte, hat der Babener ganz und gar abgesagt.

Bis die alten Formen mit neuen Pflanzen wieder zu erkennen sind, dürften mindestens zehn Jahre ins Land gehen - jedenfalls, wenn er die Jungpflanzen selbst zieht, schätzt der Fachmann ein. Beim Neuanfang will Wilhelm Hönow allerdings nicht mehr auf die alte Sorte Suffruticosa, sondern auf Buxus micophyla (kleinblättrig) Herrenhausen setzen. Dabei handelt es sich um eine noch relativ junge Sorte aus den 80er Jahren, der der gefährliche Pilz scheinbar nicht zusetzen kann, wie auch eine Pflanzung in direkter Nachbarschaft des nahezu ruinierten Bestandes im Hönowschen Garten zu beweisen scheint.

Übrigens: Eine Abhandlung über seine persönlichen Erfahrungen mit Cylindrocladium buxicola hat Wilhelm Hönow auch auf den Internetseiten der Deutschen Buchsbaumgesellschaft veröffentlicht.

www.deutsche-buchsbaum- gesellschaft.de