Auch wenn die Preise verrückt spielen, ist die Milchproduktion ein wichtiger Betriebszweig in der altmärkischen Landwirtschaft. Das zeigte einmal mehr die große Resonanz auf den Tag des Milchviehhalters in der Landesanstalt für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau (LLFG) in Iden.

Iden. Zum 32. Tag des Milchviehhalters luden die LLFG, der Rinderzucht- und der Landeskontrollverband (RSA und LKV) in die Mensa der Idener Landeseinrichtung ein. Die Tagesordnung war mit Vorträgen über Produktionskostenmanagement, Lebenseffektivität, Anforderungen an Fütterung und Tiergesundheit gewohnt abwechslungsreich, die Liste der Referenten hochkarätig. Unter ihnen auch der Idener Dr. Bernd Fischer, der sich speziell der Kälbergesundheit widmete.

Dass die Idener nicht nur in der Theorie wissen, wovon sie sprechen, demonstrierten sie nach der Tagung, als die Mitarbeiter der Milchviehanlage um Herdenleiter Hilmar Zarwel den interessierten Berufskollegen die Türen zu Ställen sowie Melkstand öffneten und vor der Produktionsstätte eine zumindest im Land einmalige Kuh-Kollektion präsentierten. Alle zwölf gezeigten Tiere haben bei ihrer Lebensleistung nämlich schon die 100000-kg-Grenze überschritten. Drei weitere standen im Stall, denen die Pfleger den Stress kurz vor dem Abkalben aber ersparen wollten.

Mit den Tieren, die nicht mehr am Leben sind, hat die LLFG bereits 33 100000er vorzuweisen. Das sind etwa zehn Prozent aller Kühe in Sachsen-Anhalt, die diese Schallmauer geschafft haben, erläuterte RSA-Mitarbeiterin Astrid Ziem. Die absolute Spitzenreiterin unter den Kühen ist Merry. Die Whamo-Tochter hat 150000 kg auf der Milchuhr. Nicht weniger bemerkenswert sind neben Merry, Gabi und Cornelia, die längst Mitglied im erlauchten Club sind, aber ebenso wie Merry schon die Fett-Eiweiß-Marke von 10000 kg überboten haben.

Wie wichtig lange Lebensleistungen für die Effektivität der Kühe sind, unterstrich der Einwurf von Zarwel, der erklärte, dass die leistungsstärksten Tiere in Iden ihre Spitzenergebnisse oft erst in der 7. oder 8. Laktation erreichen. Der Landesdurchschnitt liegt aber nur bei zwei Milchperioden. Beim Alter gibt es auch in Iden noch große Reserven. Aber immerhin liegt die LLFG mit fast drei Laktationen noch deutlich über dem Landesdurchschnitt von knapp zwei Laktationen.

Die LLFG verfügt nicht nur über einzelne Spitzentiere. Der Durchschnitt der 400er Herde liegt jenseits von 10000 kg pro Tier und Jahr. Besondere Privilegien genießen die Kühe in der Landesanstalt nicht. Im Gegenteil, macht der Leiter des Landwirtschaftsbetriebes, Stefan Winter, klar. Die Kühe müssen nämlich Milch geben, aber auch für die Lehrlingsausbildung und für Fütterungsversuche ohne Rücksicht auf Rang und Namen zur Verfügung stehen.