Der Parkplatz im Seehäuser Waldgebiet an der B189 bildete gestern einmal mehr den Dreh- und Angelpunkt für eine groß angelegte Geschwindigkeits- und Verkehrskontrolle des Polizeireviers Stendal. An der Aktion waren rund 20 Beamtinnen und Beamte des Reviers Stendal und des Zentralen Dienstes der Polizeidirektion Nord beteiligt.

Seehausen. "Noch gibt es nichts Außergewöhnliches zu berichten, keine rowdyhaften Geschwindigkeitsübertretungen, keine groben Vertöße in Sachen Verkehrssicherheit oder was eventuelles Fahren ohne gültige Papiere betrifft", so Polizeihauptkommissar Andreas Magerl, der die Polizeiaktion leitete, gestern kurz nach 9 Uhr. Zu diesem Zeitpunkt lief die Aktion bereits knapp drei Stunden.

Zur allgemeinen Kontrolle wurden die Verkehrsteilnehmer stichprobenweise von der B189 in die Parktaschen beiderseits der Bundesstraße gebeten, wobei Fahrzeuge aller Art, vom Motorrad über den Pkw und Lastwagen bis hin zum Traktor, überprüft wurden. "Das Augenmerk liegt auf Verkehrssicherheit und Betriebssicherheit der Fahrzeuge. So wird beispielsweise kontrolliert, ob die Bereifung und die Beleuchtung des Fahrzeugs funktionstüchtig ist. Aber auch, ob der Sanikasten mitgeführt wird", erklärt Magerl.

Geschwindigkeitsmessungen wurden in beiden Fahrtrichtungen durchgeführt. Dazu kam das Gerät "ES 3.0" zum Einsatz - "so ziemlich das Modernste, was der Polizei derzeit zur Verfügung steht", sagte der Polizeihauptkommissar. Die Gerätschaften waren dort aufgebaut, wo der Wanderweg vom Seehäuser Waldesfrieden nach Barsberge die B189 kreuzt.

"Die Messung erfolgt bei diesem Gerät auf optischer Basis, sodass beispielsweise Radarwarngeräte darauf nicht ansprechen", verriet Polizeihauptmeister Manfred Ruhbaum, der die automatisch gemessenen und aufgezeichneten Daten in einem VW-Bully auswertete und im Fall von Überschreitungen seine einige hundert Meter weiter entfernt am Waldparkplatz wartenden Kollegen per Sprechfunk informierte. "Die ,erwischten\' Verkehrsteilnehmer aus Richtung Wittenberge werden gleich zur Kasse gebeten. Von den Rasern, die aus Richtung Osterburg kommen, wird ein Frontfoto gemacht. Sie erhalten eine schriftliche Verwarnung", erklärte Ruhbaum. Mit dem ES 3.0 sei es nun endlich auch möglich, rasende Motarradfahrer für ihre Verstöße zur Verantwortung zu ziehen.

Zum Einsatz kam gestern im Rahmen der Polizeiaktion auf der B189 auch ein Spezialfahrzeug, das im laufenden Verkehr Geschwindigkeitsmessungen und Abstandsmessungen durchführte.

Wie die Pressestelle der Polizei Stendal mitteilt, wurde die Aktion gegen 11.30Uhr beendet: Im Rahmen der Geschwindigkeitskontrolle wurden 1825 Fahrzeuge auf der Bundesstraße gemessen. 26 Fahrzeuge waren zu schnell. Spitzenreiter war ein Pkw aus Aalen mit gemessenen 131 km/h bei erlaubten 100 km/h und ein Lkw mit 89 km/h (erlaubt: 60 km/h).

19 Fahrzeugführer wurden mit einem Verwarngeld zur Verantwortung gezogen - unter anderem wegen Betätigen der Lichthupe sowie fehlenden Sanikasten, Führerschein, Fahrzeugschein und Nichtbenutzen der vorgeschriebenen Sehhilfe.

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