Seehausen (apu). Der Hobby-Historiker Sepp-Dieter Seifert vom wissenschaftlichen Beirat des Fördervereins des Luftfahrtmuseums der Bundeswehr Berlin sucht Zeitzeugen aus dem nördlichen Landkreis Stendal, die gegen Ende des Zweiten Weltkriegs Erlebnisse mit den bis in die hiesige Region vorgerückten amerikanischen Truppen schildern können. Seifert besuchte in dieser Woche das Volksstimme-Redaktionsbüro Seehausen und bat darum, über die Zeitung einen entsprechenden Aufruf zu veröffentlichen. Er befasse sich seit vielen Jahren insbesondere mit der Geschichte des Zweiten Weltkriegs und wirkte mit eigenen Recherchen an verschiedenen Publikationen mit. "In jüngster Zeit habe ich mich insbesondere mit der Schlacht im Hürtgenwald und den anschließenden Vormarsch der 5. US-Panzerdivision beschäftigt. Die Schlacht im Hürtgenwald war eine der ersten und entscheidensten Schlachten der aus Richtung Westen vorrückenden US-Army gegen die Wehrmacht. Die Kämpfe in der Nordeifel um den Hürtgenwald zählen aus amerikanischer Sicht zu den schwersten und verlustreichsten des Weltkrieges. Von dort aus rückte die 5. US-Panzerdivision an die Elbe vor - bis in die nördliche Altmark. Auch die Region Seehausen wurde bekanntlich von amerikanischen Truppen besetzt. Sie waren für mehrere Wochen hier", so Sepp-Dieter Seifert.

Vom Vorrücken der 5. US-Panzerdivision in Richtung Osten ist jedoch vergleichsweise wenig Wissen überliefert - zumindest aus deutscher Sicht. Zu den wenigen umfangreichen Quellen zählt das Kriegstagebuch der genannten Panzerdivision. Hobbyhistoriker Seifert möchte mit seinen Recherchen helfen, weiteres geschichtliches Wissen aufzuarbeiten und zu bewahren.

"Noch dürfte es auch in der hiesigen Region Menschen geben, die eigene Beobachtungen und Erfahrungen mit den US-Einheiten gemacht haben oder Schilderungen nicht mehr lebender Zeitzeugen wiedergeben können. Ich interessiere mich besonders für Ereignisse, die am Rande des Krieges stattfanden", sagt der frühere Lehrer.

Eine bekannte Geschichte, die mit dem amerikanischen Vormarsch in direktem Zusammenhang steht, ist natürlich das Drama um die Ermordung des Seehäuser Arztes Dr. Albert Steinert und des einstigen Wahrenberger Bürgermeisters Ewald Fredrich in Wittenberge. "Aber es gibt bestimmt noch weitere, auch weniger dramatische Dinge aus dieser Zeit festzuhalten, die bislang noch nicht aufgeschrieben wurden. Es geht darum, möglichst viele Informatinen von Zeitzeugen zu erhalten", so Seifert.

Wer die Recherchearbeit des Hobbyhistorikers unterstützen möchte, wird gebeten, sich telefonisch bei Seifert (05505/999225) zu melden beziehungsweise die Erlebnisse aus dieser Zeit niederzuschreiben und sie an folgenden Adresse zu schicken: Sepp-Dieter Seifert, Bahnhofstraße 13, 37181 Hardegsen. Seiferts E-Mail-Adresse lautet: seifert@luftwaffenmuseum. com.