Aus der ehemaligen Förderschule in Meßdorf ist ein Ort für ambulant, betreutes Wohnen entstanden. Gestern wurde das integrative Wohnprojekt eingeweiht.

Meßdorf. Bärbel Hinz wird am 1. Mai ihre neue Wohnung im integrativen Wohnprojekt in der Meßdorfer Schulstraße beziehen. Seit 1997 wohnt und arbeitet sie in Priemern. Sie gehört zu den seelisch behinderten Menschen, die im Sozialtherapeutischen Zentrum Gut Priemern nach einer Suchterkrankung auf einen Wiedereinstieg in ein selbstbestimmtes Leben vorbereitet wurden. Der nächste Schritt ist nun die eigene Wohnung in dem gestern eingeweihten Wohnprojekt. "Dankeschön. Ich freue mich auf mein neues Zuhause", sagte Bärbel Hinz den Einweihungsgästen. Worte, die von Herzen kamen.

Aus der ehemaligen Förderschule in Meßdorf wurde in wenigen Monaten ein Ort für ambulant, betreutes Wohnen. Das Gut Priemern hat als Träger des integrativen Wohnprojektes ein Pilotprojekt geschaffen, in dem künftig infolge Sucht seelisch Behinderte und Senioren unter einem Dach miteinander leben können. "Das Vorhaben setzt bewusst auf Nachbarschaftshilfe und ein gewolltes Miteinander", erklärte Uwe Lenz, Geschäftsführer vom Gut Priemern, anlässlich der Einweihung. Neben dem Wohnhaus stehen die "Villa Piel" als Begegnungsstätte sowie ein 16 000 Quadratmeter umfassendes Areal mit weitläufigem Park und der Turnhalle für individuelle und gemeinsame Freizeitgestaltung zur Verfügung. Geplant sind auch ein Café in der "Villa Piel" sowie Sporttherapie, um Bewegungsstörungen zu beheben. "Die Turnhalle stellen wir auch den Vereinen der Region zur Verfügung und werden integrative Sportangebote für alle Altersgruppen organisieren", so Uwe Lenz. Café-Besucher können sich ab Mai auf Selbstgebackenes aus der gutseigenen Bäckerei freuen.

Insgesamt sind in der ehemaligen Meßdorfer Schule zehn Wohnungen entstanden. In die fünf im Obergeschoss werden ehemalige Bewohner vom Gut Priemern einziehen. Für das altersgerechte und barrierefreie Wohnen im Erdgeschoss erhoffte sich der Träger beim gestrigen Tag der offenen Tür die entsprechenden Interessenten.

Dr. Gabriele Girke, Landesgeschäftsführerin des Paritätischen, gratulierte gestern zu Idee und Umsetzung, Bürgermeisterin Verena Schlüsselburg verwies auf die Notwendigkeit der Förderung derartiger Projekte. Landrat Jörg Hellmuth erinnerte, dass ihn die Förderschule "seit 1994 zumeist problembehaftet begleitet" habe. Jetzt freue er sich auf den gelungenen Abschluss.

Der Umbau der ehemaligen Förderschule kostete 735000 Euro. Die ARD-Fernsehlotterie "Ein Platz an der Sonne" förderte ihn mit 227000 Euro, hinzu kamen EU-Mittel in Höhe von 250000 Euro. Neben unzähligen Pflanzen und Blumen zur Einweihung überreichte die Sparkasse Osterburg als Mitfinanzierer einen Scheck über 500 Euro. Mit einer originellen Idee wartete die Firma Maciej aus Büste auf. Norman und Nando Maciej kamen mit dem Radlader und schenkten einen Feldstein mit der Hausnummer des Wohnprojektes.

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