In der Nacht vom Sonntag zum Montag brannte das Biesecafé völlig nieder. Während die Polizei nach der Ursache für das Unglück sucht, bewegt viele Einwohner die Frage, wie es jetzt um die Zukunft der der Stadt gehörenden Ausflugsstätte bestellt ist. In der Osterburger Verwaltung wird an möglichen Lösungen gearbeitet. Und auch Einwohner zeigen Initiative: Zwei Osterburgerinnen starteten gestern eine Spendenaktion für den Wiederaufbau der Gaststätte.

Osterburg. Bärbel Splettstößer und Kerstin Gehne haben in den zurückliegenden Wochen und Monaten viele angenehme Stunden im Biesebad verbracht. Die Brandkatastrophe, die das Biesecafé in der Nacht vom Sonntag zum Montag völlig zerstörte, macht die beiden Frauen betroffen. "Wir haben uns dort immer sehr wohl gefühlt." Mit dieser Einschätzung stehen Splettstößer und Gehne nicht allein. "Denn die Ausflugsstätte wurde nach unserer Beobachtung immer besser angenommen. Und jetzt, unmittelbar vor dem Start der neuen Badesaison, wird das Café durch einen Brand vernichtet. Das ist einfach nur schlimm", sagte Splettstößer. Ein Unglück, das die beiden Osterburgerinnen nicht tatenlos hinnehmen wollen. Sie starteten gestern eine Spendenaktion, um bei der Finanzierung des Wiederaufbaus der Gaststätte zu helfen. "Dank der Unterstützung durch Ute Romahn können wir Spendenbüchsen in der Pelikan-Apotheke aufstellen", informierten die beiden Initiatorinnen. Und äußerten ihre Hoffnung, dass möglichst viele Einwohner einen kleinen Beitrag dafür leisten, dass im Biesebad wieder ein Café entsteht.

Pläne für ein neues Gebäude auf dem Gelände des Bades spielten gestern in der Osterburger Verwaltung noch keine Rolle. "Wir warten auf das Ergebnis der polizeilichen Ermittlungen zur Brandursache", sagte der stellvertretende Bürgermeister Detlef Kränzel auf Nachfrage der Volksstimme. Denn nach seinen Angaben hängt von der Brandursache maßgeblich ab, ob die Stadt den Totalverlust ihres Gebäudes bei der Versicherung geltend machen könne. Ist dies möglich, rückt ein neues Biesecafé in greifbare Nähe. Allein schon deshalb, "weil nach meinem Kenntnisstand die Versicherung für den vollen Wert nur aufkommt, wenn tatsächlich auch ein neues Gebäude entsteht", machte Kränzel deutlich.

Zuallererst beschäftige sich die Verwaltung aktuell aber damit, wie in Zusammenspiel mit dem Biesebad-Förderverein der Betrieb des Naherholungsgebietes gesichert werden könne, verwies Kränzel unter anderem darauf, dass die durch den Brand zerstörten sanitären Einrichtungen ersetzt werden müssen. Der stellvertretende Bürgermeister, der sich ganz besonders darüber betroffen zeigte, dass durch den Brand auch die wirtschaftliche Existenz des Pächters Jörg Schütze und seiner Ehefrau Carola vernichtet wurde, schloss dabei ausdrücklich die Suche nach provisorischen Arbeitsmöglichkeiten für das Ehepaar ein. "Eventuell könnte ein Imbisswagen aufgestellt werden, mit dem der Pächter provisorisch die Versorgung übernimmt", sagte Kränzel.

Nicht undenkbar erscheint auch die Variante, dass Schützes das in Nachbarschaft zum Bad befindliche Anglerheim nutzen könnten. Dort würden auch die Außenmöbel des Biesecafés eine geeignete Verwendung finden. Denn dieses Mobiliar blieb zum größten Teil von den Flammen verschont.

Dass der Brandschaden fast ausschließlich auf das Café begrenzt werden konnte, sei hauptsächlich dem engagierten Einsatz der Osterburger Feuerwehr zu verdanken, lobte Detlef Kränzel gestern die Brandbekämpfer. Dabei wies er auch die Kritik zurück, dass die Wehr unnötig lange Löschwegestrecken aufgebaut habe, anstatt das Nass aus der Biese zu verwenden. Bei dem derzeitigen Wasserstand des Flusses hätte die Wehr kaum Wasser, sondern viel Schlamm aus der Biese gesaugt. "Die Entscheidung, Hydranten als Wasserentnahmestellen zu nutzen und deshalb lange Löschwege bis zum Brandort in Kauf zu nehmen, war daher völlig richtig", bekräftigte Detlef Kränzel.

Die Suche der Polizei nach der Ursache des Brandes blieb gestern noch ohne Ergebnis. "Wir ermitteln weiter in alle Richtungen", informierte Marco Neiß aus der Pressestelle des Stendaler Polizeireviers. Nach seinen Angaben werden die Beamten in ihrer Arbeit seit gestern durch das Landeskriminalamt (LKA) unterstützt. Das LKA entsandte einen Brandursachenermittler nach Osterburg.