Osterburg (fsc). Für Ostersonnabend hatte der Kleingärtnerverein "Zur Erholung" traditionell zum Osterfeuer an seiner Vereinsgaststätte "Moritzburg" eingeladen. Bereits am Nachmittag waren alle Kinder von drei bis zehn Jahren zu einem kleinen Kinderfest willkommen, das die Pächterin des Lokals, Doris Kuske, finanziell vom Verein unterstützt, ausgerichtet hatte. Sie hatte die Preise - Spielsachen, Malstifte, Bälle, Süßigkeiten, Ostereier und ähnliches - besorgt, und Sohn Falcko hatte die Regie beim Eierlauf, Sackhüpfen, Stiefelweitwurf und so weiter.

Die Erwachsenen konnten sich derweil am Gegrillten und diversen Getränken gütlich tun. Konrad Öfler vom Vereinsvorstand meinte gegenüber der Volksstimme zufrieden: "Es ist schön, dass Doris Kuske so etwas macht, und wir unterstützen sie auch nach Möglichkeit unserer Mittel." Allerdings hielt sich die Besucherzahl diesmal in engeren Grenzen, wahrscheinlich, vermutete die Wirtin, "weil bei diesem schönen Wetter heute ringsum viel los ist".

So ging der Nachmittag nahtlos in den Abend über, bis um 18 Uhr ebenso traditionell die Gartenfreunde Klaus Löbel und Paul Heim das Feuer entfachten. Schon am Vormittag hatten die Kleingärtner in einem Arbeitseinsatz jede Menge Gehölzschnitt und Strauchwerk zu zwei großen Haufen aufgeschichtet. Es kam so viel zusammen, dass einige Leute, die aus der Umgebung ihr Brenngut per Pkw-Anhänger anbrachten, abgewiesen werden mussten. "Bringt euer Zeug nach Erxleben", wurde ihnen geraten.

Die Frage eines Besuchers, warum das Feuer auf dem schmalen Weg vor der Anlage "Am Bültgraben" und nicht wie viele Jahre zuvor am Rand des alten Sportplatzes lodern würde, öffnete bei Vereinsmitglied Arno Ziemann eine Frustschleuse. "Weil uns die Stadt von unserem Stammplatz, den wir 15 Jahre dafür genutzt haben, vertrieben hat. Angeblich soll eine Hecke darunter gelitten haben. Man will uns unbedingt zu dem Brennplatz an der Ballerstedter Straße zwingen. Das ist eine Zumutung für uns Kleingärtner, das Brennmaterial aus den Gärten bis dorthin zu transportieren. Hier ist unsere Gartenanlage, hier sind wir zu Hause, hier haben wir unsere Vereinsgaststätte und hier findet unser Vereinsleben statt. Das noch einmal ins Stammbuch des Bürgermeisters!" Sein Gartenfreund Ernst Kiehne legte nach: "So wie uns die Stadt in dieser Hinsicht behandelt, ist für uns nicht akzeptabel. Es mag zwar wie Erpressung klingen, aber wir Mitglieder sind uns einig: Stadtrat und Bürgermeister sollten mal an die nächste Wahl denken."