Mit einem Umwelttag erinnerte die Jugendwerkstatt Hindenburg am gestrigen Mittwoch an das Reaktorunglück von Tschernobyl, das sich in dieser Woche zum 25. Mal jährte. Die Jugendlichen und Gäste suchten nach Ideen zum sorgsameren Umgang mit der Natur.

Hindenburg. Eine Eberesche schmückt seit gestern die noch junge Streuobstwiese auf dem Areal der Jugendwerkstatt Hindenburg. Politiker und Weißrussen pflanzten sie. Sie zählten zu den Gästen des Umwelttages in der Diakonie-Einrichtung.

"Wir konnten nicht wissen, wie brandaktuell das Thema sein würde, als wir uns entschieden, einen Umwelttag zu veranstalten", sagte Petra Panse, die ihn eröffnete, mit Blick auf die Kernkraftwerkskatastrophe im japanischen Fukushima. Den Umwelttag bezeichnete die Bereichsleiterin der Jugendwerkstatt als "Premiere", widmete sich doch der traditionelle Tag der offenen Tür erstmals dieser Problematik. Mit dem Theaterstück "Annikas Albtraum", aufgeführt in der Kirche, leiteten Jugendliche und Mitarbeiter der Werkstatt sowie Hindenburger den Umwelttag ein. Dabei staunt ein Außerirdischer, der Annika im Traum erscheint, über den rüden und gedankenlosen Umgang der Menschen mit der Erde. Naturkatastrophen suchen sie heim, nehmen den Menschen und dem Eisbären Knut den Lebensraum; dafür wird die Tsetse-Fliege im immer wärmer werdenden Europa heimisch. Das Theaterspiel bleibt ohne Happy-End und schließt mit Annikas Worten: "Wie können wir die Welt retten?"

Eine Antwort versuchte Jens Födisch in seiner Andacht. Der Pfarrer mahnte, die Schönheiten der Natur seien den Menschen nur anvertraut; wir müssten sorgsam und respektvoll mit ihnen umgehen. Und er stellte klar: "Der Mensch ist nicht das Maß aller Dinge."

Das Verhältnis von Mensch und Umwelt, der Einsatz erneuerbarer Energien, die Gefahren der Kernkraft standen dann auf dem Gelände der Jugendwerkstatt im Blickpunkt. So konnten Kinder und Jugendliche auf Solarrollern der Babener Firma Öko-Sun übers Pflaster gleiten, informierte das Biosphärenreservat "Mittelelbe" unter anderem über das Anlegen von Auenwäldern, bauten Mitarbeiter der Jugendwerkstatt mit Besuchern Sonnenkocher. Zudem stellten Panse und ihre Mitstreiter Projekte der Einrichtung vor.

In der Küche hatten derweil Frauen aus Weißrussland das Kommando übernommen. Sie bereiteten beispielsweise Pfannkuchen mit Quark und mit Mohn zu und ließen sich dabei über die Schulter schauen. In Gesprächsrunden berichteten sie über ihr Leben in einer Region nahe Tschernobyl, ihr Leben nach dem Reaktorunglück.

Nicht nur die Weißrussen wünschen sich einen sorgsameren Umgang mit unserer Erde. Da schloss sich der Kreis zur Baumpflanzung. Norbert Krebber vom Elbehof Wahrenberg, der sie initiiert hatte, erklärte nämlich: "Den Baum pflanzen wir nicht nur als CO2-Killer. Er soll auch als Hoffnung für das Finden von Ideen stehen, mit der wir unsere Umwelt erhalten."

   

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