Der Brand, der das von ihnen bewirtschaftete Biesecafé zerstörte, traf Carola und Jörg Schütze wie ein Schock. Mittlerweile blickt das Pächter-Ehepaar wieder zuversichtlich in die Zukunft. Denn läuft alles wie von Schützes erhofft, können die Pächter schon in Kürze im Anglerheim ein Café einrichten.

Osterburg. "Der Ostersonntag verlief eigentlich wie jeder andere Tag auch. Wir hatten bis 22.30 Uhr geöffnet. Bevor meine Frau und ihre Kollegin Renate Krüger gegen 22.45 Uhr das Biesecafé verließen, unternahmen sie auch noch einmal den obligatorischen Kontrollgang durch das Gebäude", erinnert sich Jörg Schütze an die Geschehnisse der Nacht, in der das Biesecafé bis auf die Grundmauern herunterbrannte. Kurz nach 1 Uhr wurde Jörg Schütze durch die Feuerwehr-Sirene geweckt. "Als ich bemerkt habe, dass das Biesecafé in Flammen steht, bin ich sofort dorthin gerannt. Ich stand wie unter einem Schock", sagt der Pächter. Noch schlimmer als der Brand selbst habe sich der folgende Tag angefühlt. "Der Ostermontag ist ja ein Feiertag, an dem alle Ämter geschlossen haben. Wir konnten also nichts tun, nichts unternehmen. Das war schon schrecklich", erzählt Schütze.

Die Verzweiflung, die die Eheleute angesichts der Brandkatastrophe empfunden haben mag, ist mittlerweile aber längst der Zuversicht gewichen. Schützes haben wieder Mut gefasst. "Vor allem dank der vielen Menschen, die uns ihre Anteilnahme gezeigt haben. Und wegen der großen Unterstützung, die wir unter anderem auch von der Stadt erfahren", betont der Pächter. Ganz besonders dankbar sind die Eheleute Bärbel Splettstößer, Kerstin Gehne und Ute Romahn für die Spendenaktion (Volksstimme berichtete). Und Ortsbürgermeister Klaus-Peter Gose sowie dem Vorsitzenden des Wirtschafts-Interessenringes, Thorsten Schulz. "Beide haben sofort von sich aus nach Lösungen gesucht, wie die Saison und damit auch die Versorgung im Biesebad gesichert werden kann. Sie sprachen mit dem Anglerverband, ob wir als Übergangslösung das Anglerheim nutzen können", berichtet Jörg Schütze. Diese Gespräche, in die mittlerweile auch Schütze selbst involviert ist, verliefen bislang sehr erfolgreich. Denn auch wenn eine definitive Zusage für eine längerfristige Übernahme des Heims gestern noch ausstand, können die Pächter das Grundstück für das bereits seit langem geplante Maifeuer am kommenden Wochenende nutzen. "Dafür bin ich dem Anglerverband sehr dankbar", so Schütze, der das in Zusammenarbeit mit der Osterburger Wehr organisierte Feuer vor allem auch deshalb veranstalten möchte, "weil wir zeigen wollen, dass wir noch da sind und es auf jeden Fall weitergeht".

Das gelte auch für die Feiern, die beispielsweise Abschlussklassen bei den Pächtern des Cafés angemeldet hätten. "Wer diesbezüglich Nachfragen hat, kann mich unter den Telefonnummern 03937/253968 oder 0152/59757967 erreichen", informiert der Pächter.

Die angestrebte Nutzung des Anglerheims soll aber nur eine Übergangslösung bleiben, "bis ein Neubau auf dem Standort des alten Biesecafés errichtet wurde." Diesen würden Schützes gern wieder pachten. Und hoffen daher darauf, dass die Versicherung den Schaden trägt und die Stadt einen Neubau in Angriff nimmt. "Wenn ich mir etwas wünschen könnte, sollte das neue Gebäude unbedingt einen separaten Sanitärbereich erhalten, der auch vom Freien aus von den Badbesuchern erreicht werden kann. Schön wäre auch, wenn Gastraum und Küche etwas größer werden. Auf ein Reetdach könnte ich dagegen verzichten", erzählt Jörg Schütze.