Calberwisch. Zahlreiche sehenswerte Oldtimer werden sich während der morgigen Maibowle auf dem Gelände des Calberwischer Schlosses präsentieren. Unter den Hinguckern dürfte sich dann auch ein "Piccolo"-Trumpf befinden. Auf der Suche nach alten Fahrzeugen hatte kürzlich der Osterburger Lothar Wonde, Mitglied des Oldtimerstammtisches auf Schloss Calberwisch, das "Piccolo" Trumpf genannte Versehrtenfahrzeug, einsitzig und auf drei Rädern ausfindig gemacht. Es war ein Vorgänger des bekannten zweisitzigen Krankenfahrstuhles Krause-Duo mit dem Design des Kleinrollers "Schwalbe". Hergestellt wurde der "Piccolo" wie auch seine Nachfolger von der Leipziger Firma Louis Krause. Die Firma war 1880 gegründet worden und hatte Ende der 1940-er Jahre mit dem Bau von Kriegsversehrtenfahrzeugen begonnen (Wikipedia). Der"Piccolo" Trumpf, ausgestattet mit einem 50-ccm-Motor und der Schwinggabel vom Simson-Moped SR1, war von 1955 bis 1958 gebaut worden.

In diesen vier Jahren verließen rund 3000 Fahrzeuge mit der dem Motorroller "Pitty" entliehenen Vorderradhaube die Fertigungsstätte. Das Folgemodell "Piccolo" Trumpf/5 bekam den Motor vom Moped SR2, der ihm eine Geschwindigkeit von bis zu 30 km/h gestattete. Die Räder stammen ebenfalls von diesem Kleinkraftrad. Von 1958 bis 1965 wurden rund 4500 Krankenfahrstühle dieses Typs hergestellt.

Umein solches Fahrzeug handelt es sich bei dem jüngsten Fundstück. Wonde brachte es zu Hugo Schmidt in der Stadtrandsiedlung. Der wandte gemeinsam mit Manfred Haase bastlerisches Geschick auf, um den "Piccolo" zum Laufen zu bringen. Neugierige und Oldie-Fans können das Fahrzeug am 1. Mai während der "Maibowle" am Schloss Calberwisch besichtigen.

Einensorgfältig restaurierten echten Klassiker historischer Antriebstechnik präsentierte Ralf Schulze vorab der Volksstimme. Es handelt sich um einen stationären Benzolmotor mit Plungerpumpe, Baujahr 1904, Leistung drei PS, Gewicht 750 Kilogramm, hergestellt von der früheren Osterburger Maschinenbaufirma Karl Gagelmann. Am 1. Mai, anlässlich der Maibowle auf Schloss Calberwisch, wenn der Oldtimerstammtisch dort ein Treffen durchführt, soll der Motor, der bis Mitte der 1920-er Jahre im Einsatz war, der Öffentlichkeit vorgestellt werden.

Schulze,der auch Mitglied des Stammtisches und passionierter Sammler regional eingesetzter Technik, besonders von Treckern und Motoren, von vor 100 Jahren ist, hatte das gute Stück in Hagenau ausfindig gemacht und in vielen Arbeitsstunden funktionstüchtig gemacht. "Ich habe es mir zur Aufgabe gemacht, Zeugen der Technikgeschichte der Anfangsjahre aus der Region um Osterburg zu sammeln, zu restaurieren und für die Nachwelt zu erhalten", sagte der Krumker. "Und dieser Motor ist eins von drei noch existierenden Exemplaren seiner Art. Und ich möchte bei dieser Gelegenheit eine Bitte loswerden: Wer noch technische Relikte aus dieser Zeit, seien es Fotos, Schriftstücke oder gar Technik, hat oder diesbezüglich Kontaktpersonen kennt, möchte mich bitte informieren. Bei der Maibowle in Calberwisch bin ich anzutreffen."

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