Was für ein Spektakel! Als der Verbandsgemeindebürgermeister Reinhard Schwarz vor Monaten gefragt wurde, ob Wanzer Ausrichter des 9. Elberadeltages sein könnte, zweifelte er ein wenig. Die Feierlichkeiten am Sonntag bewiesen jedoch, dass selbst ein so kleiner Ort wie Wanzer über sich hinauswachsen kann. Unzählige Höhepunkte der Unterhaltung und kulinarische Leckerbissen gab es für die Besucher.

Wanzer. Reinhard Schwarz begrüßte zur Mittagsstunde am 1. Mai zufrieden die Ehrengäste und Radfahrer, die mit ihrem Drahtesel auf den Festplatz rollten. 360 Kilometer misst die Elbe-Strecke in Sachsen-Anhalt. Ein gutes Stück legten die Männer und Frauen, die in Wanzer einkehrten, an diesem Tag zurück. Im Altmarkdorf hatten sie Gelegenheit, die Linedancer aus Pollitz in Aktion zu sehen.

Als musikalische Gäste starteten Lena Krüger, Christoph Georges und Luisa Kloth durch, sangen teils vor der Kirche, teils vor der Mühle. Bei allen aktiven und passiven Teilnehmern bedankte sich der stellvertretende Bürgermeister der Gemeinde Aland, André Solloch, in seiner Ansprache. Die Einladung von Simone Tandeck vom Landkreis Stendal war zur Herausforderung geworden, an der die Veranstalter ihre wahre Freude hatten. Wehrleiter und Vorsitzender des Fördervereins Wanzer, Dirk John, hatte die Fäden von Anfang an in der Hand. Bereits am 15. Dezember hatte er zu ersten Gesprächen eingeladen und neben dem Mühlen- und Heimatverein Garbe sowie dem Förderverein weitere Vereine aus Aulosen, Pollitz, Krüden und Wahrenberg gewonnen. So servierte der Förderverein der Feuerwehr Wahrenberg im Mühlengrund Erbsensuppe aus der Gulaschkanone, während Werner Jose aus Werben zum Akkordeon griff. Mehlspeisen boten derweil an der Mühle die Vereine aus Aulosen, Pollitz und Scharpenhufe feil.

Auf dem Weg dorthin hatte die Polizei einen Stand aufgebaut, an dem Mario Grünwald und Klaus-Dieter Hanke Fahrräder kodierten. Erika Bukowski lockte mit Veilchenhonig, und Martin Klein zeigte Laubsägearbeiten. Aus einem Kurs in der Ergotherapie ist für den Apenburger eine Passion geworden, die ihn auch schon zu den Herbstfesten nach Wanzer führte.

Zu gern hätte Bernd Kloss vom Mühlenverein in Wanzer die Mühle in Gang gebracht, aber die Flügel wurden als Gefahrenquelle vermutet, und so setzten die Organisatoren auf die Drehleiter der Seehäuser Kameraden, von der die Besucher einen tollen Blick über den Festplatz hatten - und vor allem auf Adebar, der sein Nest bezogen hat.

Für Radfahrer wie den 73-jährigen Klein Rossauer Heinz Thiede war nur ein kurzer Zwischenstopp drin, hatte er doch eine lange Fahrstrecke für sich eingeplant. Mehr Zeit nahmen sich die Besucher des Museums, in dem Christina Kloss Spinnrad und Schreibmaschine demonstrierte. Sie hatte außerdem die neun Mitglieder der Malgruppe von Gründungsmitglied Marianne Emme eingeladen, einen Raum mit ihren Arbeiten zu bereichern. Vor der Tür informierte Mario Peine vom Allgemeinen Deutschen Fahrradclub unter anderem über Radfahrstrecken. Am Nachmittag sorgten die Osterburger Blasmusikanten für Stimmung.

Am Ausgang wartete Johnny Buck mit Schwein am Spieß. Kurz nach sechs Uhr hatte er angeheizt, um den Gästen ab Mittag Deftiges vom Grill bieten zu können. Manfred Preuß und Tochter Antje brachten indessen gegenüber frisch gebackenes Brot unter die Leute. Elke Westerkowsky und Irene Sachs, die aus Wanzer stammen, waren sogar extra aus Hamburg gekommen und verkauften leckeren Schinken.

Gut gestärkt traten die Besucher am späten Nachmittag wieder den Heimweg an. Sie hatten vorgebaut, schließlich mussten sie noch einmal kräftig in die Pedale treten.

   

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