Im Herbst 2010 entfernte der Landkreis in Klein Rossau die Verkehrsschilder, die die Höchstgeschwindigkeit der Lastkraftwagen und Busse auf der gepflasterten Straße auf 30 km/h beschränkten. Trotz massiver Kritik durch die Anwohner und die Bemühungen der Einheitsgemeinde, das Tempo-Limit wieder einzuführen, hat sich an der Aufhebung der Geschwindigkeitsbegrenzung aber nichts geändert.

Rossau. Im Herbst 2010 gingen Einwohner von Klein Rossau auf die Barrikaden. Denn just zu einem Zeitpunkt, als der Ortschaftsrat mit Blick auf den schlechten Zustand der Pflasterstraße über eine generelle Geschwindigkeitsbegrenzung der Ortsdurchfahrt auf 30 km/h nachdachte, hob der Landkreis das Tempolimit für Lastkraftwagen und Busse auf. Diese Entscheidung, die das Straßenverkehrsamt nach einer Vor-Ort-Begehung getroffen hatte, kritisierten Einwohner scharf. Sie verwiesen auf den schlechten Zustand der Straße, beklagten den Lärm und zeigten Schäden an ihren Grundstücken, die durch den regelmäßig durch Klein Rossau rollenden Schwerlastverkehr entstanden sein sollen. Rossaus Ortsbürgermeister Bernd Drong und der Bürgermeister der Einheitsgemeinde, Hartmuth Raden, monierten zudem, dass das Straßenverkehrsamt des Landkreises vor Ort in Klein Rossau war, ohne vorher die Kommune zu benachrichtigen.

Die Stadt Osterburg setzte sich daraufhin beim Landkreis dafür ein, dass auf der Ortsdurchfahrt wieder eine Geschwindigkeitsbegrenzung von 30 km/h für Busse und Lkw eingeführt wird. Doch die Bemühungen der Einheitsgemeinde blieben erfolglos. Denn an der Ansicht des Stendaler Straßenverkehrsamtes, dass eine Tempobegrenzung an der Klein Rossauer Straße nicht notwendig sei, hat sich nichts geändert. "Wir sind zwar anderer Auffassung. Aber der Landkreis fordert von uns ein Lärm- und Schadensgutachten ein, bevor das Straßenverkehrsamt die Situation in Klein Rossau noch einmal bewertet. Dieses Gutachten können wir derzeit vor allem auch angesichts unserer finanziell angespannten Haushaltssituation nicht in Auftrag geben", machte der Osterburger Bürgermeister deutlich. Und weiter: "Wir legen die Angelegenheit noch nicht völlig zu den Akten. Aber vorerst bleibt es wohl dabei, dass auch Lkw und Busse auf der Ortsdurchfahrt in Klein Rossau 50 km/h fah-ren können". Immerhin seien die Bemühungen der Kommune nicht völlig vergeblich gewesen. "Uns wurde definitiv zugesichert, dass wir auf jeden Fall zu künftigen Vor-Ort-Terminen des Straßenverkehrsamtes in unserem Territorium eingeladen werden. Ohne uns gehen solche Begehungen in der Einheitsgemeinde also nicht mehr über die Bühne", sagte Raden.