Arneburg. Das 15. Altmärkische Heimatfest in Arneburg wirft seine Schatten voraus. In der Kleinsten Galerie Arneburg. Sie eröffnete am Mittwochabend ihre 187. Ausstellung. Sie präsentiert Werke von Monika Schneider, Peter Michael Adler und Klaus Henschel.

Galerist Arne Könnecke präsentiert den Besuchern diesmal keine Personalausstellung, sondern Wirkungsbereiche dreier Künstler aus der Altmark. "Schon vor eineinhalb Jahren, nachdem Arneburg den Zuschlag für das Heimatfest erhielt, war klar, dass es etwas Besonderes geben muss", erklärte er. Und das sind die "Bilder aus der Altmark", wie die Schau betitelt ist. Sie ist bis zum 21. Juni täglich von 11.30 bis 21 Uhr zu sehen.

Die ganze Bandbreite der Künstler der Region zur Schau zu stellen, sei schier unmöglich, so Könnecke. Eine Redaktionskommission entschied schließlich drei Autoren vorzustellen, die die Mannigfaltigkeit des Schaffens der altmärkischen Künstlerschaft einem Kaleidoskop gleich zum Ausdruck bringen. So hängen nun in der Kleinsten Galerie Werke vom Havelberger Kurt Henschel, der 2008 verstarb, von der Osterburgerin Monika Schneider (1942) und vom Briester Peter Michael Adler (1954).

Der Titel "Bilder aus der Altmark" mag assoziieren, dass liebliche Landschaften der Region, etwa vom Elbestrand, oder verwinkelte Stadtgassen zu entdecken sind, wie es sie etwa zu Jahresbeginn bei der Ausstellung von Gerhard Dietrich aus Späningen zu sehen gab. Doch das ist nicht der Fall. Stattdessen erlebt der Besucher Havelberger Stadtansichten von Henschel. Darunter auch dessen letztes Werk, das unvollendet blieb. Derzeit beschäftigt sich eine Kunstwissenschaftlerin mit Henschels Nachlass. "Meines Wissens soll die Stadt Havelberg seine Werke bekommen, mit der Bedingung, dass sie der Öffentlichkeit gezeigt werden", berichtet Arne Könnecke.

Mit struktureller Malerei überraschen Monika Schneider und Peter Michael Adler das Publikum. Autodidakt Adler wurde zuerst mit seinen bizarren Plastiken aus Stahl und Holz bekannt, aber auch seine Bilder "Halme" sorgten für Furore. In Arneburg stellt er unter anderem Birkenstämme aus, aber auch Impressionen zu Gedichten von Johannes Bobrowski - fast ganz in Blau gehalten.

Der in Magdeburg aufgewachsene Adler fand über einen Malzirkel zur Kunst. Seine Werke entstehen im Atelier. Vor allem sind es Reiseimpressionen, die der Briester aufs Blatt bringt. Als nächstes will er sich einer Serie zur arabischen Wüste widmen, außerdem stehen Finnlandarbeiten an. Eine Vielzahl seiner Werke entstehen nach Reisen, für seine Skulpturen nutzt er hingegen oft literarische Anstöße.

Monika Schneider überzeugt mit ihren erdfarbenen Ansichten von Baumstämmen, Wurzeln und Gesträuch. Die Osterburgerin arbeitet mit Acryl, Adler mit Öl. Ihre Bilder entstehen "immer in Verbindung mit der Natur", erklärte sie während der Ausstellungseröffnung. Bei ihrer Vor-Ort-Arbeit muss es oft schnell gehen, berichtete die Künstlerin, schließlich verändern sich die Lichtverhältnisse rasch. Begonnen hat die Altmärkerin ihre künstlerische Tätigkeit mit Keramik. Derzeit steht die Malerei im Vordergrund. Als lapidare Begründung zu dieser Entwicklung erklärt sie: "Bilder kann man besser stapeln." Ihr Atelier in der Osterburger Bahnhofstraße steht aber noch immer voll mit Keramik. Über das Studium an der Kunsthochschule in Weißensee, das sie nach zwei Jahren allerdings abbrach, um Geld zu verdienen, kam die Osterburgerin zur Malerei.

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