Eine stimmungsvolle Geburtstagsparty feierte Hohenberg-Krusemark am Sonnabend. Die örtliche Feuerwehr beging ihren 110. Geburtstag. Mit einem bunten Veranstaltungsprogramm. Und natürlich mit vielen Gratulationen.

Hohenberg-Krusemark. Glückwünsche zum Wehrjubiläum kamen sogar aus dem Himmel. Ralph Marth, Andreas Steinkopf und Gunnar Salomon stürzten sich in 1270 Meter aus einem Flieger und steuerten mit ihren Fallschirmen den Sportplatz an, auf dem und rund um den das Festgeschehen wogte. Gegen 15 Uhr suchten die Augen fast aller Besucher den Sonne beschienenen Himmel ab, hatten doch die Akteure des Vereins "Skydive" Stendal als geheimnisvolle "Überraschung" auf den Veranstaltungsplakaten Eingang gefunden und die Kunde von ihrer Schau kurz vor ihren Sprüngen die Runde gemacht.

Ansonsten bestimmten Vereine aus der Gemeinde Hohenberg-Krusemark das Festgeschehen. "Wir haben von Anbeginn gesagt, das Jubiläum unserer Feuerwehr soll ein Dorffest werden", so Wehrleiter Siegmund Höller, der begründete: "Das hat einen Synergieeffekt: Alle Vereine sind dabei und bringen damit das ganze Dorf auf die Beine."

Bonbonwerfer und röhrende Motoren

Diesen Eindruck vermittelte dann auch gleich der Festumzug, der unter dem Motto "Entwicklung der Brandbekämpfung" rund 20 Schaubilder präsentierte. Die reichten von Bauern aus dem 15. Jahrhundert, ausgestattet mit Handkarren, Eimer und Axt, über einen Ackerwagen mit Wasserfass bis zum modernen Löschfahrzeug, das die Jubiläumswehr seit sechs Wochen ihr Eigen nennt und das erst zwei Tage vor dem Umzug seinen ersten "heißen" Einsatz fuhr. Zudem zeigten sich die Vereine und Institutionen des Ortes. Beispielsweise die Reitsportler hoch zu Ross, die Kindertagesstätte Luftballons schwenkend und mit einer Kinderwagenparade im Schlepptau, die Petrijünger im Boot mit ausgeworfenen Angeln, die "New Line Stomps" wirbelnd und Bonbon werfend auf einem Anhänger, die "Motofreakz" mit röhrenden Motoren.

Ein ganzes Dorf war auf den Beinen

Wolfgang Tramp, der den Zug moderierte, hatte dazu einiges Wissenswerte zu erzählen, was wohl auch Ur-Hohenberger und Ur-Krusemarker nicht unbedingt wussten. Bevor 1901 die Wehr aus der Taufe gehoben wurde, besaßen die Rittergüter in Hohenberg und Krusemark eigene Löschtrupps; zur Mitgliedschaft war damals jeder männliche Bewohner per Gesetz verpflichtet.

Zum Feiern am Wochenende brauchte niemand verpflichtet zu werden. Der Höller-Wunsch erfüllte sich: Anscheinend war das ganze Dorf auf den Beinen. Nicht nur zum Umzug. Reitsportler boten eine Quadrille. Kindertagesstätte und Grundschule rückten die Brandbekämpfer mit einem Programm in den Mittelpunkt. So sangen sie "Die Feuerwehr ist da" und vom "Feuerteufel" und gaben musikalisch den Tipp, das Loch am Reifen des Löschwagens mit Kaugummi zu verschließen.

Die Wehr rückte sich natürlich auch selbst in den Blickpunkt. Bei Schauvorführungen. Die Brandbekämpfer zeigten Löschangriffe aus verschiedenen Epochen. Da ließen die Hindenburger Kameraden an der Handdruckspritze von 1901 ihre Muskel spielen; die Groß Ellinger rückten mit einem Tragkraftspritzenanhänger aus den 1970er Jahren an und die Schwarzholzer mit einem Einsatzfahrzeug, das Anfang der 1990er Jahre in der Region Einzug gehalten hatte. Gastgeber Hohenberg-Krusemark fuhr mit seinem neuen Löschwagen vor, visierte mit dem Wasserstrahl das Ziel an und richtete ihn dann gen Himmel, von wo wenig später das Fallschirm-Trio seine Glückwünsche überbrachte.

   

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