Im Herbst vergangenen Jahres stellte Volksstimme den Verein "LebensKulturGut Wendemark" vor. Dessen Mitglieder hatten das ehemalige Kulturhaus des Wischedorfes erworben und sich das Ziel gesetzt, das Domizil zum gemeinsamen Wohnhaus auszubauen und dieses auch als Kulturstätte wiederzubeleben. Mit der Eröffnung des "Sommerkinos" am Sonnabend, 14. Mai, fällt dafür sozusagen der offizielle Startschuss.

Von Andreas Puls

Wendemark. Zum ehemaligen Wendemarker Kulturhaus gehört ein großer Saal, in dem noch bis zur Wendezeit vor allem Tanzveranstaltungen stattfanden. Aber auch Kinovorführungen gab es einstmals in diesem stattlichen Raum. "Der Saal ist sogar mit einem separaten Vorführraum, einer großen Projektionswand und einer funktionstüchtigen Vorhanganlage ausgestattet. Dies wieder zu nutzen, empfand ich von Anfang an als besonders reizvolle Idee, die wir nun gemeinsam mit dem Sommerkino in die Tat umsetzen", sagt Till Eitner vom Verein "LebensKulturGut".

Zum Auftakt: "Karbid und Sauerampfer"

Mit Freunden hat der Wahl-Wendemarker auch bereits originale Vorführtechnik besorgt - eine 35-Millimeter-Anlage von Zeiss mit zwei Projektoren. Das Sommerkino wird jedoch erst einmal als Videokino starten. Vom Sonnabend an bis zum September heißt es an jedem zweiten Sonnabend im Monat, immer gegen 20 Uhr, "Film ab!" im Saal des Kulturhauses.

"Wir wollen Filme zeigen, die nicht in jedem Kino laufen, die aber trotzdem auch die ganz normale Bevölkerung aus der Region ansprechen", erklärt Eitner. Zum Auftakt am Sonnabend steht ein ganz besonderer Film auf dem Programm - der DEFA-Klassiker "Karbid und Sauerampfer" aus dem Jahr 1963 (Regie: Frank Beyer). Die Romanverfilmung, die eine spannende und unterhaltsame Nachkriegsgeschichte erzählt, wurde in der Region (unter anderem in Wittenberge) gedreht. Sie erzählt ein Stück früher Geschichte Ostdeutschlands und passt daher ganz sicher auch ins Wendemarker Kulturhaus.

Am 11. Juni steht "Flickering Lights" auf dem Programm - eine dänische Kriminalkomödie um Bankräuber auf dem Lande. Einen weiteren Kultklassiker gibt es am 9. Juli mit dem Streifen "Die Olsenbande schlägt wieder zu" (1977). Der Vorschlag, die gerade in der DDR sehr populäre Olsenbande einmal wieder aus der Versenkung zu holen, wurde von Wendemarkern an den Verein "LebensKulturGut" herangetragen. "Wunschfilmabend" heißt es am 13. August im Kinosaal. Am 10. September wird schließlich der Roberto-Benigni-Film von 1997, "Das Leben ist schön", gezeigt. Der Eintritt zu allen Kino-Abenden ist frei. Es wird jedoch um Spenden zur Deckung der Unkosten gebeten.

"Wir wollen als Verein vor allem etwas tun für die Menschen in der Region. Darum haben wir auch das Projekt Kinder-Kino in Zusammenarbeit mit der Grundschule und der Kindertagesstätte Werben sowie dem Förderverein ,Werben für Kinder\' ins Leben gerufen", fügt Till Eitner hinzu.

Konzert am 20. Mai mit vier Liedermachern

Kino ist aber nur ein Teil der kulturellen Vielfalt, die künftig im Wendemarker Kulturhaus geboten werden soll. Einen Vorgeschmack darauf gibt es am Freitag, 20. Mai, mit einem großen "Liedermacher-Spektakel". Auf die Besucher wartet ein abendfüllendes Konzert der vier Liedermacher Sven Panne, Rüdiger Bierhorst, Timon Hoffmann und "R. J. Schlagseite" - aus Sicht der Organisatoren ein außergewöhnlicher Musikabend, den sich kulturinteressierte Altmärker nicht entgehen lassen sollten. Der Einlass beginnt um 19 Uhr. Los geht es um 20 Uhr. Mehr dazu in einer der nächsten Volksstimme-Ausgaben.