Weil der Wasserstand der Biese zwischen Krumke und Zedau nicht so weit sinkt, wie sich das die Verantwortlichen wünschen, muss der Baubetrieb jetzt doch in die Trickkiste greifen und Spundwände ins Flussbett rammen, um mit den Brückenarbeiten weiterzukommen. Dass sich das Projekt Brücken- und Wegebau deutlich länger als ein Jahr hinziehen wird, ist schon jetzt abzusehen.

Krumke/Zedau. Anfang April ließen Baufirma, Planer und Bauamt bei einem Vor-Ort-Termin wissen, dass der Fluss-pegel noch um mindestens einen Meter sinken müsse, um mit der Kopfplatte die entscheidende Etappe beim Brückenschlag über die Biese zwischen Krumke und Zedau in Angriff nehmen zu können, ohne in die Dynamik des Gewässers einzugreifen. Wenn man dem provisorisch gesetzten Pegel in direkter Nachbarschaft der Baustelle Glauben schenken kann, ist die Biese aber seit dem gerade um etwa 40 Zentimeter gefallen.

Angesichts der schon länger anhaltenden Trockenheit und der immer größer werdenden Niederschlagswahrscheinlichkeit ist offenbar nicht damit zu rechnen, dass der Fluss den Wunschvorstellungen der Veranwortlichen in absehbarer Zeit nachkommt. Deshalb hat die beauftragte Firma auf Krumker Seite am Mittwoch Spundwände ins Flussbett und die Uferböschung geschlagen, um dann mit leistungsfähigen Pumpen für Baufreiheit an den Fundamenten (an den 18 Meter tiefen Bohrgründungen) zu sorgen. Gestern sollte das Prozedere auf der anderen Seite des Flusses erfolgen.

Nein, mit den Spundwänden, die auch in wirklich kritischen Hochwasserzeiten ein Arbeiten ermöglicht, das Projekt aber unverhältnismäßig (und auch nicht förderfähig) verteuert hätten und deshalb abgelehnt wurden (wir berichteten), habe das nichts zu tun, versicherte Osterburgs Bauamtsleiterin Antje Spillner gestern auf Nachfrage der Volksstimme. Dieser Schritt sei Sache der Baufirma, die den Auftrag so angenommen habe. Ein Nachtrag in der Ausschreibung stehe nicht zur Debatte.

Trotzdem erfüllen die Spundwände einen ähnlichen Zweck, wenn auch auf niedrigerem Pegelniveau, als es bei der teureren und mächtigeren Variante der Fall gewesen wäre. Heißt, dass in den kommenden Tagen (wahrscheinlich ab Montag) im Bereich der Fundamente Erde bewegt werden und die Uferböschung unterhalb künftiger Wasserstände befestigt werden kann.

Der überarbeitete Bauablaufplan, so Antje Spillner, sehe vor, dass die Bauarbeiter eventuell Mitte Juni aus dem Wasser raus sind. Ob und wie hoch das Biesewehr dann gesetzt werden kann, müsse in der kommenden Woche mit der Baufirma, aber auch mit dem Landesamt für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft abgestimmt werden. Das heißt, dass sich auch die Freunde und Förderer des Biesebades mit dem Saisonstart noch weiter in Geduld üben müssen.

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