Dr. Roberto Müller, Chefarzt der Kliniken für Frauenheilkunde und Geburtshilfe in Salzwedel und Gardelegen, verlässt zum 1. Juli das Altmark-Klinikum. Er übernimmt den vakanten Chefarztposten an der Stendaler Johanniter-Frauenklinik. Dr. Müller tritt damit die Nachfolge von Dr. Stephan Henschen an, der vor wenigen Wochen einen Chefarztposten in Schwerin übernahm.

Stendal/Salzwedel. Der Reiz der neuen beruflichen Herausforderung sei der Grund gewesen, sich um den Chefposten im Stendaler Frauen-Klinikum zu bewerben, sagte Dr. Roberto Müller gestern. Er habe jetzt am Altmark-Klinikum in Salzwedel einen Punkt erreicht, an dem er sich nicht mehr weiterentwickeln könne, so der 52-Jährige. Der Wechsel sei ein Schritt, der nach vielen Gesprächen - auch mit Stendaler Kollegen - erfolge. Immerhin hatte der in der westlichen Altmark angesehene Facharzt für Frauenheilkunde und Geburtshilfe vor seiner gut elfjährigen Zeit in Salzwedel und Gardelegen bereits zehn Jahre als Oberarzt in Stendal gearbeitet. Dr. Müller kehrt beruflich zurück, bleibt aber weiter mit seiner Familie in Salzwedel wohnen.

Dr. Müller tritt in Stendal die Nachfolge von Dr. Stephan Henschen an, der vor wenigen Wochen den Chefarztposten an der Frauenklinik im Schweriner Helios-Klinikum übernahm. "Dr. Müller hat gute Arbeit geleistet, ich bedauere den Weggang", sagte gestern Matthias Hahn, Geschäftsführer des Altmark-Klinikums. Sowohl er als auch vor allem Dr. Müller widersprachen vehement Gerüchten, nach denen Querelen mit der Leitung des Altmark-Klinikums den Wechsel nach Stendal provoziert hätten.

Geschäftsführer Hahn ist jetzt auf der Suche nach einem neuen Chefarzt. "Intern als auch extern", so Hahn. Leicht wird das nicht, denn am Gardelegener Klinikum ist bereits auch eine Facharztstelle für Frauenheilkunde und Geburtshilfe vakant. Eine von fünf Facharztstellen, die derzeit im Altmark-Klinikum nicht besetzt sind. "Ärzte zu finden, ist derzeit schwer", erklärte der Geschäftsführer.

Um die Zukunft der beiden Häuser für Frauenheilkunde und Geburtshilfe ist Hahn derzeit nicht bange. Die jährlichen Geburtenzahlen liegen in Salzwedel mit 437 Geburten (im Jahr 2010) und in Gardelegen mit 369 deutlich jenseits jener 300er Marke, die in Sachsen-Anhalts Krankenhausplanung als unterste Grenze für die Geburtshilfe gilt. "Wer etwas anderes fordert, kennt die geographischen Gegebenheiten nicht", sagte Dr. Müller mit Blick auf das große Einzugsgebiet beider Häuser des Altmark-Klinikums. Im vergangenen Jahr hatte der Krankenhausplanungsausschuss des Landes gefordert, mittelfristig die Frauenheilkunde, Geburtshilfe und Kinder- und Jugendmedizin am Standort Salzwedel zu bündeln. Diesem Vorschlag erteilte der Altmarkkreis als Träger des Klinikums aber eine Abfuhr. Unter anderem, weil eben die zwölf Betten der Geburtshilfe gut ausgelastet sind.

Übrigens: Das vergangene Jahr schloss das Altmark-Klinikum mit seinen Tochtergesellschaften Klinikdienste und Facharztzentrum mit einem Betriebsüberschuss von rund 1,4 Millionen Euro erneut erfolgreich ab. Mit rund 18600 stationären Patienten wies das Altmark-Klinkum weiter steigende Patientenzahlen auf. "Es hat sich herumgesprochen, dass wir gute Ärzte haben", so Hahn.

   

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