Aulosen (hse). Zum nicht gerade wanderfreundlichen Wetter - Nieselregen und anscheinend aufziehendes Gewitter - fanden sich am Sonnabendabend nur wenige Interessenten an der Gedenkstätte Stresow zu der naturkundlichen Wanderung "Aus Vogel- und Froschperspektive" ein. Eingeladen hatte die Biosphärenreservatsverwaltung "Mittelelbe". Mitarbeiter Peter Müller begrüßte die "drei Hanselchen" und machte sich mit ihnen auf den Weg.

Zunächst warfen sie einen Blick vom Aussichtsturm über den Wrechow, wo sich Graugänse neben Kranichen tummelten. Auch Enten, Schwäne und in der Luft flatternde Singvögel schienen sich recht wohl zu fühlen. Erstaunt waren die Teilnehmer darüber, dass wohl einige Kraniche den Abflug in die eigentliche Heimat verpasst haben. "Dem ist aber nicht so", wusste der Experte. "Das sind zumeist Junggesellen und -frauen, noch nicht geschlechtsreif, die einfach hier bleiben und nichts versäumen." Versäumen wollten auch Jürgen Starck aus Binde, selbst einmal "Grenzgänger" zur Bewachung der ehemaligen Demarkationslinie, und Dorothe Helm vom NABU-Kreisverband Lüchow-Dannenberg die Wanderung nicht. Sie waren erstmals dabei und hatten viele Fragen zur Entstehung eines der größten zusammenhängenden europäischen Schutzgebiete (6009 Hektar). Helm würde gern sehen, dass solche Wanderungen auch in Niedersachsen populär gemacht werden würden.

Weiter ging es dann auf dem Deichverteidigungsweg, praktisch stromaufwärts, bis zum so genannten "Hegewasser". Hier erhoffte sich Müller mit seiner kleinen Gemeinschaft, am Konzert der Rotbauchunken teilnehmen zu dürfen. Dem Wetter Rechnung tragend, kam es allerdings nicht zum Konzert, sondern nur zu einer kleinen Probe der "wie auf Flaschen blasenden" Amphibien. Die Teilnehmer haben es jedenfalls nicht bereut, den weiten Weg nach Stresow unternommen zu haben.