Die Sammlung historischer Landwirtschaftsmaschinen und -geräte des Heimatvereins Seehausen hat sich auf einen Schlag deutlich vergrößert. Von einem Privatbesitzer aus Gunsleben (Landkreis Börde) erwarb der Verein kürzlich vier alte Maschinen, darunter einen Pflug, einen Heuwender, einen Mähbalken sowie diverses Kleinmaterial.

Seehausen. Klaus Roloff, ehemaliger Landwirt aus Gunsleben, hatte im Januar die MDR-Sendung "Mach dich ran" gesehen, in der der Seehäuser Heimatverein vorgestellt und mit der Graepel-STUV GmbH Seehausen auch ein Sponsor für den Einbau eines historischen Eisentores auf dem Museumshof in der Mühlenstraße gefunden wurde (Volksstimme berichtete). "Im Anschluss an den Fernsehbericht hatte sich Herr Roloff an mich gewandt und angefragt, ob seitens des Heimatvereins Interesse bestehe, weitere alte Maschinen zu erwerben. Es sind Geräte aus den frühen dreißiger Jahren. Sie haben einen hohen ideellen und historischen Wert. Darum sind der Ankauf und auch die gezahlte Summe meiner Meinung nach gerechtfertigt", so der Vorsitzende des Heimatvereins Horst Gaede. Finanziert werden konnte der Kauf und der Transport der "Schätze" auch mit Unterstützung von Sponsoren. So übernahm die Firma Alba einen Großteil der Transportkosten, indem sie einen Lkw zur Verfügung stellte. Außerdem unterstütze die Volksbank den Kauf mit einer finanziellen Spende.

Gaede: "Die Maschinen sind zwar nicht aus der Altmark, sondern aus der Börde. Aber sie sind im Großen und Ganzen identisch mit der Technik, die zu der Zeit auch in unserer Region in der Landwirtschaft verwendet wurde. Sie werden künftig unsere Geräteausstellung vervollständigen. Ziel war es von Anfang an, ein Maschinen- und Gerätearsenal zusammenzustellen, das ein möglichst komplettes Bild von der Bodenbearbeitung über die Aussaat und Pflege bis hin zur Ernte liefert. Diesem Ziel sind wir nun ein großes Stück näher gerückt", so der Vereinsvorsitzende. Gestern wurden die Maschinen von Mitgliedern des Heimatvereins, in Anwesenheit von Vertretern seitens der genannten Sponsoren, in Seehausen abgeladen und zunächst in einem vom Verein mit genutzten städtischen Lagerraum untergestellt.

Auf den Heimatverein und seine Mitarbeiter wartet nun wieder eine Menge Arbeit. Die Maschinen und Geräte sollen nach und nach aufgearbeitet werden und künftig die Ausstellung auf dem Museumshof in der Mühlenstraße bereichern. Ist dies geschehen, ist die Platzkapazität dort auch ausgeschöpft.

Wie Gaede gestern außerdem informierte, gehen auch die Arbeiten zum Einbau des historischen, schmiedeeisernen Tores an der Remise des Museumshofes voran. Die Einweihung soll in Kürze gefeiert werden - anlässlich der Eröffnung einer neuen Ausstellung, die Fotografien von Hilde Gärtner zeigt.