Storbeck. Wieder war Trödeltag in Storbeck, und wieder drängten sich die Händler dicht an dicht auf der Wiese am Reitplatz. Bereits an den ersten Stunden des Sonntagvormittags hatten mehr als 110 Händler von nah und fern ihre Stände aufgebaut. Trödel, Tand und Tinneff, hervorgekramt auf Hausböden, in Scheunengelassen und als Ballast von Kaffeefahrten, lag auf Tischen oder einfach auf Decken ausgebreitet. Kisten mit Büchern, altem Werkzeug und Spielzeug sowie andere Krempel luden zum Stöbern, Feilschen und Kaufen ein. Storbecks Trödelking Fred Krüger bietet Händlern und Käufern seit Jahren eine Plattform und vielen Leuten die Möglichkeit, sich mal wieder zu treffen und zu klönen.

Nancy Wojcik aus Tangermünde ließ sich bei ihrem mobilen Antik Trödel von ihrem Vater vertreten, einer sehr gesprächigen und feilschfreudigen Frohnatur. Der Senior selbst hatte auch gesucht und gefunden: Radkappen vom Trabi und einen alten Kfz-Brief. Zum Händlerstamm gehört auch Hans-Jürgen Beneke aus Seehausen. Sein Kommentar ist kurz: "Nach Storbeck komme ich immer gern; der Markt hat sich gut entwickelt." Günter Heine aus Neuderben bei Parey ist ebenfalls häufig auf der Storbecker Wiese. Er sucht DDR-Produkte und besonders Unterhaltungselektronik. "Ich will ein begehbares Museum einrichten. Wer etwas in dieser Richtung loswerden will, findet mich im Telefonbuch. Größere Posten hole ich auch ab."

Zum zweiten Mal konnten auch Kleintiere gehandelt werden - wenn die entsprechenden Papiere vorgelegt wurden. "Der Gedanke kam mir im vorigen Jahr, und mit Beginn der diesjährigen Saison habe ich ihn verwirklicht", äußerte Krüger gegenüber der Volksstimme. "Heute haben bereits fünf Händler diese Möglichkeit genutzt und bieten unter anderem Hühner, Tauben, Kleinvögel, Kaninchen sowie Hühner- und Entenküken an. Es spricht sich langsam rum." Rüdiger Ritzkowski aus Lückstedt, zum Beispiel, der sich als "vereinsloser Kaninchenzüchter" bezeichnet, hatte Kreuzungen von Thüringer Schecken rot-weiß und Kreuzungen Weißer und Grauer Riesen im Angebot. Peter Naweleit aus Ballerstedt, Mitglied bei den Osterburger Rassegeflügelzüchtern, offerierte Tauben und Zebrafinken.

Geruhsam zog das Publikum durch die Händlergassen, sah, redete mit den Händlern, gestikulierte - und oft verlief das Geschäft zu beiderseitiger Zufriedenheit. Wer Hunger bekam, konnte ihn an vier Imbissständen und am Kuchenbüfett des örtlichen Reitvereins stillen. Auch an Erfrischungen war keine Not. Zufrieden mit dem Ablauf zeigte sich auch Roland Bendig, Storbecker Händler und Chef des platzeigenen Ordnungsdienstes. "Anfangs können oder wollen sich manche nicht nach unseren Anweisungen einordnen, aber wir kriegen das immer wieder hin. Richtigen Ärger gab es noch nie."

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