Krevese. Sie zählt zu den außergewöhnlichsten Orgeln im Norden Deutschlands, die 1721 fertiggestellte Gansen-Orgel in der Klosterkirche zu Krevese. Das barocke Instrument, das ab 4. Juni wieder im Orgelsommer erklingt, ist mit seinen 12 Registern und den 680 Pfeifen, verteilt auf nur einem Manual und einem Pedal, ein Juwel mit großer Vergangenheit.

Gestiftet wurde die Orgel vom damaligen Direktor der Altmark, Christoph Georg von Bismarck, in dankbarer Erinnerung an seine 1714 verstorbene Gemahlin Anna Elisabeth von Katte aus dem Hause Wust.

Vom Erbauer der Orgel Anton Heinrich Gansen, der aus Celle stammte und in Salzwedel eine Instrumenten- und Orgelbauwerkstatt unterhielt, sind nur knappe Lebensdaten überliefert und eine fragmentarische Liste seiner Orgelbauwerke, die von Bleckede/Elbe durch die nördliche Altmark bis nach Dallmin in der Prignitz reichen. Auf Grund seiner konservativen norddeutschen Prospektgestaltung und der ausgeklügelten Mechanik bringt man Gansen in die engere Schülerschaft des berühmten Hamburger Orgelbaumeisters Arp-Schnittger.

In seiner Tradition, mit dem sogenannten "Hamburger Prospekt", das die Pedaltürme zu beiden Seiten des Hauptwerkes anordnete, arbeiteten alle seine Schüler, auch Gansen. Nur zwei Instrumente Gansens, das in Krevese und in Dallmin in der Prignitz, sind fast original erhalten. Die kleinformatige Orgel in der ehemaligen Klosterkirche St. Marien in Krevese eröffnet beim Spiel eine große Klangfülle und eine reiche Auswahl an Tonfarben, speziell für die opulente mehrstimmige barocke Orgelmusik.

In den vergangenen 30 Jahren hat der Kreveser Orgelsommer das Musikgeschehen in altmärkischen Dorfkirchen auf hohem Niveau und in künstlerischer Vollkommenheit außerordentlich mitgeprägt. Das soll in diesem Jahr mit einem wahren Musikfestival gefeiert werden.

Für die Musikalität besonders bedeutsam ist das fast authentische barocke Klangbild der Orgel. Die Werke der zeitgenössischen Komponisten, wie Dietrich Buxtehude, Johann Pachelbel oder Johann Sebastian Bach, für die dieser einmalige Orgelschatz besonders prädestiniert ist, klingen in ihrer umfangreichen Klangfarbe immer noch so, wie zur Entstehungszeit im 18. Jahrhundert.

Initiator des Kreveser Orgelsommers war vor 30 Jahren der damalige Pfarrer Dietrich Wolff. In seiner Tradition organisiert heute der Förderverein Gansen-Orgel Krevese das Musikereignis gemeinsam mit der Kirchengemeinde Krevese und Regionalkantor Friedemann Lessing.

www.orgel-krevese.bplaced.net

Begleitet wird der Orgelsommer von der Foto-Ausstellung "Ora et labora" - Stillleben im Kloster Dambeck der Köln/Werbener Fotografin Ingrid Bahß. Die Bilderschau wird am Sonnabend, 28. Mai, im Herrenhaus Krevese eröffnet und dann ab dem 4. Juni in der Klosterkirche Krevese gezeigt.

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