Obwohl die Osterburger Schwimmhalle am Sonnabend gut besucht war, konnte das Personal eine vergleichsweise sorglose Kugel schieben. Diese Badegäste brauchten keine Aufsicht. Es handelte sich nämlich ausnahmslos um Rettungsschwimmer von Wasserwachten des DRK.

Osterburg. Das geballte Auftreten von Rettungsschwimmern ist leicht zuerklären. Das Deutsche Rote Kreuz hatte die Ehrenamtlichen der Wasserwachten zum 20. Wettbewerb im Rettungsschwimmen eingeladen. Nach 2010 ging das Spektakel schon zum zweiten Mal an der Osterburger Landessportschule über die Bühne.

"Die Bedingungen auf dem Fuchsbau", so Marco Hoffmann mit Blick auf Unterkünfte, Sport- sowie Freizeitmöglichkeiten und das Umfeld, "sind hier einfach ideal". Allein die logistischen Ansprüche, die der Leiter der Wasserwacht des DRK-Landesverbandes stellt, haben es in sich. Schließlich hat er rund 200 Leute (Wettkämpfer, Kampfrichter und sonstige Helfer) im Schlepptau. Insgesamt 19 Mannschaften (Männer, Damen, Mix und Jugendliche der Altersklasse 14 bis 16 Jahre) gingen an den Start. Dass die Osterburger Schwimmhalle nur über 25 Meter lange Bahnen verfügt, ist kein Hinderniss, weil bei den Wettkämpfen in Staffelform nach 25 Metern ohnehin die Akteure und/oder die Fortbewegungsart wechseln. Die Disziplinen haben es in sich und fordern von den Schwimmern alles. Denn in der Regel zählt nicht nur schnelles Vorwärtskommen. Meist haben die Sportler einen schweren Gegenstand beziehungsweise einen Verunglückten im Arm oder müssen mit Textilien ins Wasser. Außerdem galt es einen anspruchsvollen Erste-Hilfe-Parcours rund um den Fuchsbau zu absolvieren. Vormittags gehörte den Jugendlichen die Schwimmhalle, und die Erwachsenen bewiesen sich bei Verkehrsunfällen, Herzstillständen, Wespenangriffen und anderen Szenarien als Experten von lebensrettenden Sofortmaßnahmen. Am Nachmittag war es umgekehrt.

Ein anstrengender Tag, der mit einem unterhaltsamen Abend endetet. Denn der Sinn der Meisterschaften, so Hoffmann in seinem Grußwort, sei neben einer Übersicht des Leistungsstandes, dem Kontakt oder Erfahrungsaustausch auch die Verbesserung der Kameradschaft und der Gemeinschaftspflege.

Aus der Altmark war übrigens keine Mannschaft mit dabei. Allerdings sind derartige Meisterschaft auch keine Pflichtveranstaltung. "Aber", so Hoffmann, "die Wettbewerbe sind im Kommen." Auch wenn sie im Endergebnis eine untergeordnete Rolle spielten, freute er sich der Landeswasserwächter zum Beispiel besonders über die erste Teilnahme einer Mannschaft aus Zeitz.

Apropos Rolle spielen: Bei den Damenmannschaften holte sich Magdeburg den Sieg. Bei den Herren hatte Sangerhausen die Nase vorn. Im Mix ging der Wanderpokal wiederum an Magdeburg. Diese Mannschaften vertreten das Land dann bei den Deutschen Meisterschaften der Erwachsen, die schon am kommenden Wochenende in Magdeburg stattfinden. Bei den Jugendlichen der Altersklasse 3 darf sich die Mannschaft von Halle, Saalkreis, Merseburger Land dieser anspruchsvollen Aufgabe Anfang September im pfälzischen Idar-Oberstein stellen.

   

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