Groß Garz. Mit einem ganzen Festwochenende feiert der Sportverein Groß Garz vom 19. bis 21. August sein 50- jähriges Bestehen. Volksstimme stellt aus diesem Anlass in einer Artikelserie die einzelnen Abteilungen des Vereins vor - heute die Abteilung Schach.

Auf eine mehr als 50-jährige Tradition kann der Schachsport in Groß Garz zurückblicken. 1960 trafen sich Wilhelm Dahmes, Pastor Dutschmann und Elektromeister Stein desöfteren, um gemeinsam dem Königsspiel zu frönen. Die Spielrunden wurden größer und die Treffen regelmäßiger. Schon 1961 wurde der Schachverein Groß Garz durch den damaligen Seehäuser DTSB-Kreisvorsitzenden Ernst Schulze gegründet. Damit gilt die Schachgruppe als Gründungssektion des späteren Sportvereins Groß Garz.

Gründungsmitglieder waren unter anderem Wilhelm Dahmes, Otto Steinke und Eckhard Gernecke. Dahmes wurde Sektionsleiter. Diese Funktion bekleidete der "Schachvater" bis ins Jahr 2010! Seit 1961 trafen sich die Herren jeden Donnerstagabend zum Schach. 1996 wurden bereits sechs Schüler aufgenommen. Seit 1963 begannen erste vereinsinterne Sektionsmeisterschaften (die bis heute insbesondere bei den Kindern und Jugendlichen ausgespielt werden). Regelmäßig trafen sich die Herren zu Freundschaftsspielen mit Schachgruppen aus Seehausen und den Dörfern der Region.

Die Groß Garzer Schachsportler nahmen seit 1964 am Punktspielbetrieb teil, und noch im gleichen Jahr holten sich die Herren den ersten Kreismeistertitel. 1968 spielten die U15-Schüler bereits in der Bezirksklasse und beteiligten sich ab 1969 an Aufstiegsspielen in die Bezirksliga. 1970 gehörten der Abteilung Schach 13 Schüler und rund 20 Erwachsene an. Artur Flechzig hat den Schachsport in den Anfangsjahren engagiert unterstützt. Seine Kinder spielten ebenfalls erfolgreich mit.

Die Schachsektion wuchs in den sechsziger bis achtziger Jahren weiter und feierte sowohl auf Kreis-, als auch auf Bezirksebene zahlreiche sportliche Erfolge. Die weibliche Jugend nahm 1979 und 1980 sogar an Aufstiegsspielen in die DDR-Liga teil. In den 70er Jahren kürte der damalige DTSB-Vorsitzende Paul Dreher Groß Garz zum "Schachdorf der Altmark".

Auch nach der Wende gingen die Erfolge der Groß Garzer Schachsportler weiter, obwohl die Zahl der Mitglieder - wie in den meisten anderen Vereinen und Abteilungen auch - rückläufig war. "Ab 2000 waren wir mit der U14-Mannschaft drei Jahre in Folge Bezirksmeister der Bezirksliga U16 und in den Jahren 1998/99 jeweils Vize-Meister", sagt Wilhelm Dahmes nicht ohne Stolz, der am 6. Juli seinen 90. Geburtstag feiert.

Im vergangenen Jahr übernahm die einstige Schachschülerin von Dahmes, Susanne Hoffmann, die Leitung der Sektion. "Ohne das Engagement von Wilhelm Dahmes seit 50 Jahren wäre Groß Garz nicht zum Schachdorf geworden. Er trainiert seit 1961 durchgängig die Kinder und Jugendlichen und führt stetig neue Mitglieder an das Königsspiel heran. Schach ist zum Teil seines Lebens geworden. Und er trainiert noch heute", so Hoffmann.

Die Zusammenarbeit mit der POS Groß Garz, dann der Sekundarschule und heute der Grundschule war immer eng. Ein Dank richten Dahmes und Hoffmann an die Leiter und Lehrer, die den Schachsport in Groß Garz immer unterstützt haben.

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