"Lebenshilfe durch Musik" - unter diesem Motto steht seit 14 Jahren die Partnerschaft zwischen der MDR-Kammersymphonie und der Lebenshilfe, die sich um geistig behinderte Menschen kümmert. Auch das 12. große Benefizkonzert des Ensembles am Freitagabend in Seehausen stand unter diesem Motto. Es fand zu Gunsten der Lebenshilfe Osterburg und Umgebung statt.

Von Hannes Harthun

Seehausen. In der Wischelandhalle hatten sich fast 400 Zuschauer eingefunden, die zuerst von Uwe Scherf, dem zweiten Vorsitzenden des Vereins Lebenshilfe, begrüßt wurden. "Benefitio kommt aus dem lateinischen und bedeutet Wohltat", so Scherf. Das bevorstehende Konzert sei eine Wohltat, sowohl für das zahlende Publikum, das einen schönen Abend erleben werde, als auch für die Lebenshilfe, die durch das Konzert finanziell unterstützt wird. Scherf gab bekannt, dass mit dem Erlös der Veranstaltung eine interdisziplinäre Frühförderstelle und eine Seniorenbetreuung in der Osterburger Ernst-Thälmann-Straße gefördert werden sollen. Uwe Scherf dankte dem Orchester für die Bereitschaft, das Benefizkonzert zu spielen. Thomas Webel, Landesminister für Landesentwicklung und Verkehr, hatte die Schirmherrschaft für das Konzert übernommen und übermittelte die Grüße der Landesregierung. Webel würdigte die gemeinnützige Arbeit der Lebenshilfe und reflektierte den Aufbau und die Aufgabenbereiche dieser Institution.

Danach begrüßte der Orchestervorstand Michael Gühne das Publikum und sagte, dass die Unterstützung des Orchesters nicht allein auf finanzieller Ebene beruhe, sondern dass auch durch die Kraft der Musik Hilfe gegeben werden könne. Bei den elf vorangegangenen Benefizkonzerten waren zirka 275000 Euro Erlös erzielt worden (also im Durchschnitt 25000 Euro pro Konzert). Den Erlös des Seehäuser Konzertes übergab Reinhard Riedel mit einem symbolischen Scheck über 7655 Euro. Auch Norman Süß, Heimbeirat des Osterburger Wohnheimes der Lebenshilfe, kam zu Wort und richtete Dankesworte an das Orchester.

Dann sollte endlich der musikalische Hochgenuss beginnen. Unter der Leitung von Prof. Antje Weithaas betrat das 25-köpfige Orchester die Bühne. Mit viel Dynamik, aber auch großem Feingefühl eröffneten die Musiker das Konzert mit der Symphonie B-Dur von Wolfgang-Amadeus Mozart. Von der ersten Minute an wirkte das Zusammenspiel von Violinen, Cellos, Kontrabässen, Oboe, Klarinetten und Hörnern perfekt abgestimmt und sicher. Das Publikum konnte sich fallen und von der Musik mitnehmen lassen. Die Bewegungen der Orchestermitglieder zeigten, mit welcher Freude und Hingabe sie diese Musik spielten. Das zweite Stück des Abends war "Fünf Minuten aus dem Leben des Wolfgang Amadeus Mozart" von Alexander Raskatow. Dabei trat Orchesterleiterin Prof. Antje Weithaas als Solistin in Erscheinung. Die Preisträgerin des Bach-Wettbewerbs in Leipzig und des internationalen Violin-Wettbewerbs in Hannover spielte auf ihrer Geige in beeindruckender Manier in der fast voll besetzten Halle.

In der Pause war unter anderem viel Politprominenz aus Bürgermeistern sowie Kreis- und Landespolitikern im Foyer der Wischelandhalle zu beobachten. Die Zuschauer drängten sich an den Ständen der Lebenshilfe, wo Getränke und Brezeln verkauft wurden. Den zweiten Teil des hochwertigen Konzertes bildete die C-Dur-Serenade für Streichorchester von Peter Tschaikowski. Das Publikum bedankte sich mit lang anhaltendem, begeisterten Applaus.

Alle Beteiligten können auf einen gelungenen Abend zurückblicken, der in erster Linie der MDR-Kammersymphonie, aber auch den Mitarbeitern der Lebenshilfe zu verdanken ist, die vom Parkplatzeinweiser bis zum Kellner viele wichtige Aufgaben dieses Abends übernommen hatten und so einen guten Ablauf der Veranstaltung gewährleisteten.

 

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