1990 wurde die Deponie zwischen Beesewege und Bülitz aufgrund von Bürgerprotesten geschlossen. Eine Sanierung beziehungsweise Rekultivierung ließ lange auf sich warten. Genau 20 Jahre. Gestern erfolgte nach neunmonatiger Bauzeit der Abschluss der Maßnahme.

Beesewege. "Drei Kreuze" machte gestern der Beeseweger Dieter Teickner zum Abschluss der Rekultivierungsarbeiten an der Sonderabfalldeponie Beesewege. Als direkter Nachbar der Kippe hatte er Jahrzehnte unter deren Auswirkungen zu leiden. "Man merkt bereits, dass in diesem Sommer die Geruchsbelästigungen ausbleiben", erklärte ein erleichterter Dieter Teickner.

"Wenn hier einmal eine grüne Wiese zu sehen ist und die Leute fragen: ¿War da was?\', ist das für uns alle ein Erfolg", stellte Anne-Marie Keding, Staatssekretärin im Umweltministerium des Landes, fest. Dr. Claus-Peter Pietras, Geschäftsführer der GESA (Gesellschaft zur Entwicklung und Sanierung von Altstandorten), pflichtete ihr bei. "15 Jahre weiter wird hier eine grüne Fläche entstanden sein", so Dr. Pietras. "Dann wurde ein Stück Natur zurückgewonnen."

1990 wurde die Deponie Beesewege aufgrund von Bürgerprotesten geschlossen. Eine Rekultivierung ließ lange auf sich warten. Für viele Anwohner zu lange. Bis dahin hielt sich in der Bevölkerung hartnäckig die Befürchtung, dass die Deponie wieder aktiviert werden könnte. Das scheint spätestens seit gestern ausgeschlossen.

Die Deponie Beesewege wurde von 1960 bis 1981 im Bereich des sogenannten Altpolders und von 1981 bis 1991 in den zwei Neupoldern zur Ablagerung von Rückständen aus der Galvanik, ölhaltigen Ab-fällen, Rückständen von Pflanzenschutzmitteln, Holzschutzmitteln und Lösungsmitteln sowie Farbrückstän-den genutzt. Im Landkreis Stendal gibt es neben Beesewege 14 weitere Altstandorte.

Von Juli 2010 bis April dieses Jahres sorgte die GESA zwischen Beesewege und Bülitz für die Sicherung und Rekultivierung der ehemaligen Sonderabfalldeponie. 1990 ging die Betreiberpflicht für die Deponie auf die Treuhandanstalt über und liegt derzeit bei der Bundesanstalt für vereinigungsbedingte Sonderaufgaben (BvS). Eigentümer des Grundstückes ist die GESA.

Die Gesamtkosten der Baumaßnahme in Höhe von 800000 Euro wurden einvernehmlich zwischen dem Land Sachsen-Anhalt und der GESA (BvS) aufgeteilt. In Bezug auf die Altablagerung hat die Landesanstalt für Altlastenfreistellung (LAF) am 23. Juli 2010 einen sogenannten Freistellungsbescheid erlassen. Mit Abschluss der Maßnahme ist das komplette Altablagerungsgelände mit einer Fläche von 47000 Quadratmetern seit gestern oberflächig beräumt und rekultiviert worden. Dabei wurde die gesamte Fläche mit einer Ausgleichsschicht versehen und mit kulturfähigem Unterboden sowie humosem Oberboden überdeckt. Anschließend erfolgte die Sicherung der Böschungen. Rasenansaat und standortgerechte Gehölzpflanzungen (Laub- und Obstbäume) schlossen die Rekultivierung ab.

Auch wenn die Arbeiten abgeschlossen sind, wird die Entwicklung der Deponie weiterhin von Kontrolle und Nachsorge geprägt sein. Zumindest die nächsten fünf Jahre wacht ein Grundwasser-Monotoring über das, was unter der grünen Wiese passiert.