Osterburg/Boock l Vor 20 Jahren schlossen sich die Waldbesitzer unserer Region zu einer Selbsthilfeeinrichtung, der Forstbetriebsgemeinschaft Osterburg zusammen, um für ihre relativ kleinen Waldflächen eine rentable Bewirtschaftung zu erreichen. 923 Mitglieder zählt zurzeit die Gemeinschaft, wobei auf jedes Mitglied eine Forstfläche von 5,16 Hektar fällt. Diese Zahl nannte am Samstagnachmittag das geschäftsführende Vorstandsmitglied Hans Jürgen Ahrend auf der Jahresmitgliederversammlung in der Gaststätte Müller in Boock, bei der 88 stimmberechtigte Mitglieder anwesend waren.

Nach den Begrüßungsworten durch den Vorsitzenden Theo Allering aus Petersmark erfolgte die Verlesung und Beschlussfassung des Protokolls der letztjährigen Versammlung durch den Schriftführer Dr. Ringhard Friedrich. Danach erfolgte die Bekanntgabe der finanziellen Ergebnisse, die sich aus dem Holzverkauf und der Holzversteigerung im Geschäftsjahr 2011 ergaben. Geschuldet der Tatsache, dass im Vorjahr mit der Aufarbeitung der gewaltigen Holzmengen, die durch den Eis-und Schneebruch anfielen, begonnen wurde, wuchsen die Ergebnisse des Holzverkaufes gewaltig an. So stiegen die Verkaufszahlen bei Kiefernholz beispielsweise auf das fast 2,5 fache gegenüber 2010. Dass dabei auch der erzielte Preis im grünen Bereich lag, wurde als erfreuliche Tatsache gewertet. An der Aufarbeitung des noch vorhandenen Bruchholzes muss auch in diesem Jahr noch intensiv gearbeitet werden. Rund 36000 Festmeter Holz wurden 2011 eingeschlagen. Eine Menge von rund 15000 soll als gesundes Maß, so wie auch in den Vorjahren, angestrebt werden.

Mit ausführlichem Zahlenmaterial wurde dann von Hans Jürgen Ahrend auf die großen Anstrengungen bei Aufforstungen, Nachbesserungen und der Kulturpflege eingegangen. Die Beitragshöhe für die Mitglieder wird sich auf dem bisher konstanten Niveau von 10 Euro auch in den nächsten Jahren halten.

Zum Thema Waldbewirtschaftung sprach die Leiterin des Betreuungsforstamtes Nordöstliche Altmark, Katja Döge. In ihrem Vortrag nahm sie in verständlicher Form zu den Komplexen Holzernte, Waldbau/Waldpflege, Forstschutz und Personalbestand Stellung. Sie betonte dabei, dass bei der Aufarbeitung des Eis-und Schneebruches die Flächen Vorrang hatten, wo ein vermehrtes Auftreten von Forstschädlingen wie der Nonne, dem Kiefernspinner oder dem blauen Kiefernprachtkäfer zu erwarten ist. Ein Schwerpunkt ihrer Ausführungen lag auch in der globalen Klimaveränderung, die den Waldbesitzern durch Extremwetterereignisse Probleme bereiten könnte. Ein Ausgleichsfonds wäre für sie eine Möglichkeit, über die auch schon in der Politik nachgedacht wird. Zur Walderneuerung, welche zur Betriebssicherung und damit zur Nachhaltigkeit zählt, gab Hans Jürgen Ahrend zum Schluss der Rechenschaftslegung noch interessante Informationen, wie mit einer neuen Methode die jungen Bäumchen in einer Wuchshülle geschützt (Tube), schneller und sicherer aufwachsen können. Für die Betreuung der Waldbesitzer in den Orten Seehausen, Schönberg, Neukirchen, Lichterfelde, Falkenberg und Behrend wurde Thomas Schroeder als neuer Revierleiter vorgestellt. Insgesamt lobte man die Arbeit der Förster in ihren Bereichen.

"Wir haben große Mengen an Holz gehabt und damit auch gute Preise erzielt. Es lohnt sich, im Wald etwas zu machen und mit offenen und kritischen Augen durch diesen zu gehen", so das Fazit dieser Versammlung. Im Anschluss wurde für alle auf Grund des Jubiläums noch ein schmackhaftes Essen gereicht.

Bilder