Die Mitarbeiter des städtischen Bauhofes haben am Neujahrsmorgen die Spuren der Silvesternacht in der Innenstadt beseitigt. Die Volksstimme begleitete sie bei ihrer Arbeit.

Salzwedel l In Schrittgeschwindigkeit bahnen sich die Stahl- und Kunststoffbürsten ihren weg durch den Müll. Nur ihr Kratzen und die Geräusche von Kehrmaschine und Laubsauger durchbrechen die Stille. Es ist der Morgen des Neujahrstages. Die meisten Salzwedeler schlafen noch, als Werner Schmidt und seine Kollegen vom städtischen Bauhof um 8 Uhr ihre Arbeit aufnehmen. Sie haben die Aufgabe, öffentliche Plätze in der Innenstadt vom groben Silvestermüll zu säubern.

Zu zehnt treten die Mitarbeiter ihre Schicht an. Werner Schmidt verteilt die Aufgaben. Die meisten beseitigen den Müll per Hand - dazu nehmen sie Greifer und Laubsauger zu Hilfe. Papier, Plastik und Holzteile landen in blauen Säcken und Containern. Auch die Papierkörbe werden geleert. Die kleine Kehrmaschine fährt die Bürgersteige ab. Gosse und Straße werden vom großen Fahrzeug bearbeitet. An dessen Steuer sitzt heute Jörg Möller. "Dieses Jahr haben wir Glück, weil es trocken ist", sagt er. Wäre die Straße nass oder gar mit Schnee bedeckt, könnte die Maschine den Müll gar nicht aufnehmen. Dann würden die Mitarbeiter den üblichen Winterdienst machen.

Langsam lenkt Jörg Möller den Lkw am rechten Straßenrand entlang. Seine Kollegen kümmern sich indes um den Bürgersteig, pusten mit dem Laubsauger die kleinen Teile auf die Straße, damit die Kehrmaschine sie aufnehmen kann. Das geht schneller als fegen. Große Teile wie Batterien, Tüten und Raketenstäbe sammeln sie selber ein. Denn die würden sich im Schacht der Kehrmaschine verhaken. Den müsste Jörg Möller mühselig per Hand wieder freikratzen.

Heute werden nur die am stärksten verschmutzten Plätze gesäubert. Dazu zählen die Breite Straße, Neuperverstraße, Altperverstraße, Burgstraße sowie der Rathausturmplatz und die Fläche vor dem Kulturhaus und dem Bürgercenter. Hier haben es die Salzwedeler am Vorabend ordentlich krachen lassen. Auch ein Papierkorb ist während der Knallerei zu Bruch gegangen.

"Es kam schon vor, dass uns Stühle und Tische vor die Füße geworfen wurden."

"Es ist relativ sauber dieses Mal", fällt Jörg Möller auf. Im Vergleich zum Vorjahr haben die Bauhof-Mitarbeiter weniger zu tun. Dass sie am Neujahrsmorgen früh aus den Federn mussten, macht ihnen nichts aus. Sie wussten schon lange im Voraus, dass sie zu dieser Sonderschicht eingeteilt wurden. Die Arbeit sei am Feiertag weniger stressig als an Werktagen, erzählt Jörg Möller. Das läge nicht nur daran, dass sie kürzer sei, sondern das Verkehrsaufkommen weitaus geringer ist. Und tatsächlich - kaum ein Auto ist auf der Straße. Nur der City-Rufbus ist unterwegs. Während die Kehrmaschine ihre Bahnen zieht, erwacht auch die Innenstadt ganz langsam zum Leben. Ein paar Jogger sind auf den Beinen, einige Menschen holen sich Brötchen vom Bäcker oder führen ihren Hund Gassi. "Es kam schon mal vor, dass uns ein paar Betrunkene Stühle und Tische vor die Füße geworfen haben", erinnert sich Jörg Möller. Aber das sei die Ausnahme. Die meisten Leute sind friedlich. Manches Mal wurden den Mitarbeitern sogar schon ein Fläschchen Sekt geschenkt, während sie die Straße gekehrt haben.

Gegen 9.30 Uhr ist der Großteil der Arbeit erledigt. Ein Teil des Trupps macht sich auf den Rückweg zum Bauhof, ein anderer kehrt die Reste vor dem Bürgercenter und dem Kulturhaus zusammen. Etwa vier Kubikmeter Müll kommen an so einem Tag zusammen, an Werktagen sind es etwa zwei. Der Müll wird im Bauhof abgekippt und sortiert. Organisches Material landet in der Kompostieranlage, der restliche Abfall wird in der Cheiner Mülldeponie bearbeitet, erklärt Werner Schmidt.

Etwa drei Stunden haben die Bauhofmitarbeiter für die Reinigung gebraucht. Dann können auch sie den Rest des Feiertages genießen, bevor sie am nächsten Tag wieder ihren gewöhnlichen Dienst antreten. Und dazu gehört nicht nur das Aufräumen, sondern viele weitere Aufgaben wie Rasen mähen, Friedhofspflege, Laub sammeln oder Winterdienst. Zu tun gibt es genug.

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