Minutenlanges Glockenläuten vom Neulinger Kirchturm signalisierte in der Silvesternacht den Neujahrsbeginn. Aus 30 Meter Höhe genossen die Menschen den Ausblick auf Feuerwerksfontänen und den Sternenhimmel.

Neulingen l 30 Frauen und Männer aus Neulingen, Höwisch und Arendsee stiegen in der Silvesternacht die steilen Stufen zum Turm der Neulinger Dorfkirche empor. Oben läutete Peter Tiemann die beiden Glocken - traditionsgemäß erst minutenlang kurz vor Mitternacht und dann ebenso lange danach. "So läuten wir das alte Jahr aus und das neue ein", erklärte er den Brauch, der schon jahrzehntelang in dem kleinsten Dorf der Einheitsgemeinde Arendsee gepflegt wird.

Nach dem Läuten stießen alle mit Sekt auf 2014 an, bevor sie die nächste Etage erklommen. Dort waren die beiden Glocken zu bewundern. Mehr noch aber staunten die Gäste über die Aussicht durch die Kirchturmfenster auf strahlend leuchtenden Feuerwerksfontänen, die nicht nur über Neulingen flogen, sondern auch über Leppin, Höwisch und Arendsee.

Aber auch die Sternenpracht am dunklen Himmel war ein Anblick, der zum Staunen und Innehalten bewog. Ähnlich dem symbolischen Stern der Weihnacht, der im Kircheninneren unter der Decke hing und ein Drei-klang-Ensemble mit dem großen Christbaum von Familie Schücke aus Leppin und dem Taufengel aus dem 12. Jahrhundert bildete. Dieser Anblick, die brennenden Kerzen und das Orgelspiel von Annemarie Tiemann wirkten wie eine Einladung zum Innehalten und Besinnen.

Das Besondere dieses Innehaltens, dieser Rast zwischen den Jahren, hatte Arendsees Pastorin Sandra Trottner in ihrer Mitternachtsandacht kurz zuvor in berührenden Worten deutlich gemacht. "Alte Wege liegen hinter uns, neue vor uns", sagte sie. Und sprach über die Gaben der drei Weisen aus dem Morgenland in der biblischen Geschichte - Gold, Weihrauch und Myrrhe. Sie seien Sinnbilder für das Strahlen der Herzen, die Sehnsucht nach Leben und Liebe und für das Heilen von Verletzungen.

   

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