Gardelegen l "Die Polizei hat die Ermittlungen zur Brandursache aufgenommen", erklärte Gardelegens Stadtwehrleiter Sven Rasch gestern Nachmittag im Hof hinter dem Haus an der Sandstraße 57. Zu diesem Zeitpunkt besichtigte er gemeinsam mit Isolde Niebuhr vom Ordnungsamt der Hansestadt den Brandort, um eventuell weitere Sicherungsmaßnahmen in die Wege zu leiten.

Gegen 1.07 Uhr am Freitagmorgen war dort der Brand eines Mehrfamilienhauses gemeldet worden. Insgesamt wurden sechs Feuerwehren alarmiert. Für fast 80 Kameraden aus Gardelegen, Jävenitz, Kloster Neuendorf, Berge, Hottendorf und Solpke war die Nacht damit zu Ende. Mit 17 Einsatzfahrzeugen trafen die freiwilligen Brandbekämpfer am Brandort ein. Entdeckt worden war das Feuer, das in einem leerstehenden Anbau des Hinterhauses ausgebrochen war, nach Informationen der Volksstimme durch Feuerwehrleute, die auf der Sandstraße auf dem Weg zu einem Laubenbrand am Rottweg unterwegs waren.



Beim Eintreffen der Feuerwehren stand der Anbau komplett in Flammen. Das Feuer griff bereits auf den Dachstuhl des angrenzenden Wohnhauses über. Die Fachwerkbauweise mit Lehm und verdichtetem Stroh in den Zwischendecken machte den Einsatz von Löschschaum erforderlich, wie Stadtwehrleiter Rasch erklärte. "Mit Wasser wäre da nicht viel zu machen. Glutnester könnten immer wieder aufflammen", betonte er.

Fünf Personen, drei Erwachsene und zwei Kinder, befanden sich nach Polizeiangaben in dem Hinterhaus. Sie alle konnten unverletzt und selbstständig das Haus verlassen. "Keine der Wohnungen ist mehr bewohnbar", sagte Isolde Niebuhr. Außerdem sei bereits ein Statiker vor Ort gewesen, der die Einsturzgefahr des nunmehr frei stehenden Giebels des Anbaus beurteilt habe. Aufgrund der Einsturzgefahr bleibt die Notpforte, der Verbindungsweg zwischen der Sandstraße und dem Stadtgraben, vorerst gesperrt, verfügte das Ordnungsamt der Stadt und ließ entsprechende Zäune aufstellen. In der kommenden Woche soll dann mit der Sicherung des Giebels begonnen werden.

Einbezogen in die Untersuchung ist auch die Untere Denkmalschutzbehörde, das das Haus als Einzeldenkmal aufgeführt ist. Mitarbeiterin Annette Roch hat sich gestern ebenfalls den Brandort angesehen. "Es musste geklärt werden, ob die Denkmalschutzbehörde dort für die Sicherung des Bauwerks tätig werden muss", sagte Birgit Eurich, Pressesprecherin des Altmarkkreises. "Und das wird alles seitens der Stadt Gardelegen organisiert", informierte sie weiter.

Ebenfalls ermittelt wird seitens der Polizei zum Brand der Laube am Rottweg. Der Sachschaden dort wird mit 7000 Euro beziffert.

 

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