Einen Fördergeldbescheid über 15000Euro haben gestern die Mitglieder des Förderkreises zur Erhaltung der St. Marien Kirche erhalten. Von dem Geld soll das Pastorengestühl restauriert werden. Für den Eigenanteil bitten die Förderkreismitglieder um Spenden.

Salzwedel l Ein Projekt, das schon seit zweieinhalb Jahren auf der Tagesordnung steht, wird in diesem Jahr abgeschlossen: die Restaurierung des Pastorengestühls der Ma- rienkirche. Das wird durch eine Spende der Ostdeutschen Sparkassenstiftung möglich. Landrat Michael Ziche und Ulrich Böther als Chef der Sparkasse Altmark West haben gestern den Fördergeldbescheid überreicht.

Und darüber freut sich nicht nur Hartmut Teichmann als Vorsitzender des Förderkreises zur Erhaltung der St. Marienkirche. Auch das Pfarrerspaar Cordelia und Stephan Hoenen ist froh, "dass die Dinge, die anstehen, weiterlaufen", wie es Stephan Hoenen ausdrückte.

Das Pastorengestühl, dabei handelt es sich um Sitzbänke, hatte nachweislich ab dem 20.Jahrhundert zur linken und rechten Seite im Hohen Chor gestanden. Es war in den Boden eingelassen. 2011 stellten Experten einen Schwammbefall fest. Das Gestühl wurde herausgenommen und unter einer Empore zwischengelagert. Dadurch ergab sich ein freier, offener Blick auf den Hohen Chor. Das erleichterte die Organisation von Veranstaltungen.

Nun werden die Restauratoren daran arbeiten. Sie werden zunächst das Holz instand setzen, anschließend gilt es, die Farbfassung zu restaurieren. Am schwierigsten gestaltete sich in Sachen Denkmalschutz, sich mit den Behörden darüber zu einigen, wo das Gestühl nach der Restauration stehen soll, berichtete Restaurator Thomas Groll. Schließlich wurden zwei Kapellen an der Nordseite ausgewählt. Abgesperrt wird das Gestühl, deren älteste Teile aus den Jahren 1609 und 1615 stammen, nicht. Besucher können bald wieder darauf Platz nehmen.

Das Gestühl, das mit Blumengirlanden und dem Wappen vermutlich jener Familien geschmückt ist, die es einst finanziert hatte, hatte im Verlauf der Geschichte an mehreren Orten in der Kirche gestanden und war sogar auseinandergenommen und schließlich wieder zusammengesetzt worden, berichteten die Fachleute vor Ort.

Was noch fehlt, ist Geld für den Eigenanteil, den der Förderkreis aufbringen möchte. Noch etwa 2000Euro werden benötigt, sagte Hartmut Teichmann. Der Uelzener ist begeistert von der Salzwedeler Marien- kirche. Und immer wieder kommen Tagestouristen, die seine Meinung teilen und die Schönheit der Kirche loben.

Wohl auch aus diesem Grund hatte sich die Ostdeutsche Sparkassenstiftung entschlossen, das Projekt zu fördern. Denn selbstverständlich und ein Selbstläufer sei die Förderung nicht. Spezielle Kriterien, unter anderem die herausragende und auch überregionale Bedeutung sind Voraussetzung für eine Förderung, ebenso wie ehrenamtliches Engagement vor Ort, die Zustimmung der örtlichen Sparkasse und der Kirchengemeinde. Dass die Salzwedeler Marienkirche bereits mehrfach gefördert wurde, stimmt die Engagierten stolz. Unter anderem wurde die Restauration der Glasmalerei-Fenster, des Fünfer-Geläuts, der Emporen und der Sandsteinkanzel gefördert.

Das Geld stammt nicht nur aus den Stiftungserträgen, sondern auch aus Geld des PS Lotterie Sparens.