Die neue Marketingstrategie für die Altmark wird öffentlich emotional diskutiert. Dabei sind Fragen zu den Kosten, zur Einbeziehung verschiedener Akteure und zur Umsetzung aufgetaucht. Volksstimme fragte nach.

Salzwedel l "Ich finde es toll, dass darüber geredet wird. Diese Energie müssen wir nutzen, um die Zielstellung umzusetzen." Salzwedels Landrat Michael Ziche sieht die öffentliche Diskussion über die neue Marketingstrategie für die Altmark positiv. Bärbel Boy, Chefin der Agentur, die die Kampagne maßgeblich mit entwickelt hat, habe die Akteure aus der Region auf negative Reaktionen vorbereitet. "Aber", so der Landrat, "weichgespülte Sprüche mögen zwar schicker sein, sind aber morgen wieder vergessen."

"Es geht um die Region als Ganzes."

Andere sehen das anders. So findet Salzwedels Oberbürgermeisterin Sabine Danicke: "Das Thema ist zu wichtig, um es so flach darzustellen." Zudem moniert sie, dass die Bürgermeister der Altmarkstädte nicht mit einbezogen worden seien. "Wenn es um Marketing und Tourismus geht, hätte dieses Erfahrungspotenzial genutzt werden müssen", betont sie.

Darauf angesprochen entgegnet der Landrat: "Wir reden hier nicht von Standortmarketing. Es geht um die Region als Ganzes." Und die sei nicht auf einzelne Städte und Gemeinden zu reduzieren. Das gelte auch für das Logo und den Slogan. Sie sollten bei den Empfängern der Botschaft ankommen und die befänden sich in den Metropolregionen. Dort gelte es, mit etwas Außergewöhnlichem zu trumpfen, erklärt Ziche. Angesprochen werden soll in erster Linie die Wirtschaft und es gehe darum, das Image der Altmark als Regional- standort hervorzuheben. Das heiße nicht, dass die Kommunen davon nicht profitieren.

Entschieden worden ist über das endgültige Konzept im kleineren Kreis. Dazu gehörten die altmärkischen Landräte, der Leiter des Arbeitskreises André Rummel, und das Projektteam mit vier bis fünf Mitarbeitern, die an der Erarbeitung beteiligt waren. Davor habe ein langwieriger Prozess mit zahlreichen Beteiligten aus verschiedenen Bereichen der Gesellschaft gestanden. "Es gab Arbeitsgruppen und Workshops", so Ziche. Bevor eine Entscheidung fiel, seien Alternativen diskutiert worden, berichtet Regionalmanagerin Stefanie Michaelis.

Nächster Schritt sei ein Geschäftsmodell mit einer hauptamtlichen professionellen Gesellschaft "die darauf ausgerichtet ist das Konzept nach vorn zu bringen", so Ziche. Dabei soll ein schon bestehender Träger beauftragt werden. Es gebe bereits Gespräche dazu. "Zu Einzelheiten möchte ich nichts sagen, damit nicht im Vorfeld alles zerredet wird", erklärt Ziche. Ein Nahziel ist die Grüne Woche vom 17. bis 26. Januar in Berlin. Auf der Verbrauchermesse wollen Projektmanager Gerhard Faller-Walzer und Vertreter der beiden Landkreise die Plakataktion und die Strategie vorstellen.

Kritisiert werden vielfach die Kosten in Höhe von 360000 Euro, die das Land aus Strukturfonds der Europäischen Union für das Marketing-Konzept beider Altmarkkreise zur Verfügung stellte. Daraus seien unter anderem über zwei Jahre die Personalstellen für die beiden Projektmanager finanziert worden, informiert Michaelis auf Nachfrage. Auch eine Reise zu einem Erfahrungsaustausch in der Oststeiermark, der Partnerregion der Altmark, und Sachkosten wurden davon bezahlt. Die Erarbeitung des Marketing- und Kommunikationskonzeptes sowie eines Geschäftsmodells ist an externe Fachleute vergeben worden.