Markau l Der 24. Januar 1964 war ungewöhnlich mild. "Deshalb konnte ich ja auch mit einem kurzen Kleid zur Kirche gehen, so, wie es damals modern war", erinnert sich Anneliese Bannier fünfzig Jahre später schmunzelnd. 1962 hatte sie ihren späteren Ehemann Siegfried bei einem Fest in einem Landwirtschaftsbetrieb in Zirzow nahe Neubrandenburg kennengelernt. Der Markauer leistet dort seinen Wehrdienst ab und half mit anderen Soldaten der NVA dort bei der Ernte. "Ich glaube, es gab damals dort so viele NVA-Soldaten wie Einwohner, so etwa jeweils 60", erzählt Siegfried Bannier lächelnd. Beim Tanzen hatte es zwischen den jungen Leuten gefunkt. "Es war Liebe auf den ersten Blick", sagt der gebürtige Altmärker ohne zu zögern.

Dass sie sich damals im Winter das Ja-Wort gaben, habe an seinem Chef gelegen, erzählt Siegfried Bannier. Der erklärte dem jungen Traktoristen damals, dass er erst eine eigene Wohnung haben könne, wenn er verheiratet sei. Also machte er seiner Anneliese einen Heiratsantrag, und die jungen Leute wurden in den amtlichen Unterlagen als Paar Nummer eins registriert, das sich im Jahr 1964 in Zirzow das Ja-Wort gab.

So kam die ursprünglich aus Pommern stammende Anneliese von Neubrandenburg nach Markau. Überraschend und ungewohnt zugleich für sie war anfangs, dass sie im Grenzgebiet zur damaligen Bundesrepublik einen Passierschein benötigte.

Dankbar für Hilfe und Unterstützung

Siegfried Bannier arbeitete weiter in der LPG Dähre, seine Frau Anneliese kümmerte sich zu Hause um den Haushalt, den großen Garten und den Tierbestand. "Schweine, Kaninchen, Hühner, Enten, Gänse, wir hatten eigentlich alles", resümiert Anneliese Bannier. Außerdem kam in Dezember 1964 auch Sohn Torsten auf die Welt.

Vor ihrer Heirat hatte sie eine Ausbildung als Schneiderin absolviert und später im Konsum gearbeitet. In Markau und den umliegenden Orten nutzten viele Frauen das Können von Anneliese Bannier für ihre Hochzeitskleider und andere gute Stücke. Ihr eigenes Hochzeitskleid habe sie damals natürlich nicht selbst genäht. "So was bringt doch Unglück. Nein, das haben meine Kolleginnen damals gemacht."

Für Hobbys blieb angesichts der vielen Arbeit in Haus und Garten kaum Zeit. Zudem ist Siegfried Bannier seit mehr als fünfzig Jahren Mitglied der Feuerwehr Holzhausen-Schmölau. Einen Ausgleich boten jedoch die Ausflüge zum Pilzesammeln.

Nach der Wende entschlossen sich Vater und Sohn, gemeinsam in Markau ein neues Haus zu bauen. 1994 - im Jahr des 30. Hochzeitstages - zogen beide Generationen gemeinsam ein. "Den 30. Geburtstag unseres Sohnes haben wir dann schon im neuen Partykeller gefeiert."

Dass ihnen Kinder und ihre Enkelin Elisa jederzeit hilfreich zur Seite stehen, macht die Ehejubilare sehr glücklich und dankbar. Heute wollen sie natürlich mit der Familie ihren 50. Hochzeitstag feiern. Und was wünschen sie sich für die kommenden Jahre? Anneliese und Siegfried Bannier zögern keine Sekunde mit der Antwort: "Gesundheit."

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