Die Erklärungsversuche von Bauamt und Planungsbüro nützten wenig. Im Kalbenser Stadtrat regte sich am Donnerstagabend erheblicher Unmut. Denn der erste Bauabschnitt des Kalbenser Hortes wird voraussichtlich 128000 Euro teurer als ursprünglich geplant.

Kalbe l Das Hochwasser und der Hagelschlag in der Region haben die Nachfrage nach Bauleistungen 2013 enorm ansteigen lassen. Und das wiederum hat sich auf die Preise ausgewirkt. Ein Fakt, der nun auch den ersten Bauabschnitt des Kalbenser Hortes "Abenteuerland" deutlich verteuert.

Ursprünglich war dieser mit 299947,98 Euro veranschlagt. Doch nach der Eröffnung der Angebote lagen die Kosten plötzlich bei 392223,76 Euro. Und das Bauamt rechnet mit weiteren Aufwendungen, die nicht vorhersehbar waren, sodass der Stadtrat nun am Donnerstagabend über eine außerplanmäßige Ausgabe in Höhe von 128000 Euro entscheiden sollte. Doch erwartungsgemäß regte sich Widerstand. Schließlich muss die Summe aus der Investpauschale für 2014 bezahlt werden. Und die sollte eigentlich in erster Linie den Umlanddörfern und nicht mehr hauptsächlich der Kernstadt Kalbe zugute kommen, wie Stadträtin Sigrid Gühne aus Hagenau erinnerte. Amtskollegin Doris Benecke aus Zethlingen hinterfragte gar die fachliche Kompetenz der Beteiligten. Und Frank Wulff vom Bauamt sowie Planer Olaf König gelang es nur bedingt, die Gemüter zu beruhigen.

So erklärte der Projektant, dass die erste Kostenschätzung von 2010 stamme, dass viele Gewerke jedoch inzwischen deutlich höhere Preise verlangen würden.

"Wir werfen hier kein Geld zum Fenster heraus."

Planer Olaf König

"Wir werfen hier kein Geld zum Fenster heraus", so König. Aber der Fördermittelgeber - die Hortsanierung wird über das sogenannte Stark-III-Programm bezuschusst - verlange beispielsweise auch, dass bestimmte Arbeiten, die erst für den zweiten Bauabschnitt vorgesehen gewesen seien, schon im Zuge des ersten Bauabschnittes realisiert werden müssten.

Ratsmitglied Wilfried Hartmann indes meinte, das beispielsweise die Giebelgestaltung des Hortes großzügiger als nötig ausgefallen sei. Den Erklärungen von König entgegnete er: "Ich glaube Ihnen nicht." Zugleich verlangte Hartmann, der Bauausschuss möge eine Prüfung der Kosten vornehmen. Und diesem Vorstoß folgte letztlich auch die Mehrheit des Stadtrates.

Allerdings soll der Bauausschuss sich nicht mehr mit den gesamten Mehraufwendungen auseinandersetzen. Denn rund 92000 der erwarteten 128000 Euro hat der Stadtrat bereits im Vorfeld im Zuge der Vergabebeschlüsse abgesegnet. Daran erinnerte ihn Kämmerin Ingrid Bösener am Donnerstagabend. Nun geht es also "nur" noch um rund 36000 Euro. Planungsbüro und Bauamt müssen konkret auflisten, wie sich die erwarteten Mehrkosten zusammensetzen. Dass die Liste am Donnerstag noch nicht vorlag, wurde ebenfalls von Teilen des Stadtrates scharf kritisiert.