Arneburg (ht). Die Auswirkungen der Wirtschaftskrise sind überwunden. Zellstoff wird weltweit stark nachgefragt. Jetzt arbeiten die Arneburger Zellstoffwerker an der weiteren Optimierung der Produktion. Es gelte das Werk robuster gegenüber Krisen zu machen. Offen ist, wann es eine Erweiterung geben wird. Die technologischen als auch finanziellen Pläne dafür seien noch nicht fertig. Das erklärte gestern Wolfram Ridder, Vorstandsmitglied von Mercer, während des Arbeitsbesuches von Finanzminister Jens Bullerjahn (SPD) im Arneburger Zellstoffwerk. Mit dabei war auch Manfred Maas, Sprecher der Geschäftsführung der Landesinvestitionsbank.

Durchaus schwierige Jahre hatte das Zellstoffwerk mit seinen derzeit 610 Mitarbeitern und 30 Auszubildenden zwischen den Jahren 2007 und 2009 zu meistern. Obwohl die Zellstoffproduktion von jährlich 601 000 Tonnen (2007) auf 620 000 Tonnen und damit 70 000 Tonnen mehr als bei der Inbetriebnahme prognostiziert stieg, sank der Jahresumsatz von 310 Millionen Euro auf 278 Millionen Euro im Jahr 2009. Laut Ridder hat sich im vergangenen Jahr die Lage geändert. Den leeren Zellstoff-Lagern stehe eine steigende weltweite Nachfrage gegenüber. Eine Botschaft, die Bullerjahn mit Freude vernahm. Denn das Land hat einst mit rund 200 Millionen Euro bei dem Milliardenprojekt gebürgt. Zudem sei das Werk ein Leuchtturm im nördlichen Sachsen-Anhalt. Das sei ein Grund des Arbeitsbesuches gewesen, betonte der Finanzminister. Zweitens ist das Zellstoffwerk mit rund 724 000 Megawattstunden im Jahr einer der ganz wichtigen Biostrom-Produzenten im Land. Und drittens interessierte den studierten Verfahrenstechniker Bullerjahn, wie ein Zellstoffwerk funktioniert.

Die Förderbedingungen in den kommenden Jahren – bis 2014 wird die Investitionszulage auf Null gefahren – aber auch die Entwicklungen auf dem Holzmarkt waren weitere Themen des gestrigen Arbeitsbesuches. Und natürlich wurde auch über die laufenden Tarifverhandlungen gesprochen, die am 24. Januar in die nächste Runde gehen, wie Dr. Niklaus Grünenfelder, Geschäftsführer des Arneburger Zellstoffwerkes ankündigte.