Die Ortwinkler machen mobil gegen das Abholzen ihrer Nadelbäume. Sie sollen stehen bleiben als Windschutz, Lebensraum für Eulen und als Ortsbildprägendes. Vier Fällungen finden Zustimmung, weil Wurzeln die Bitumendecke anheben.

Rademin/Ortwinkel l Acht von zirka 20 Einwohnern aus Ortwinkel waren am Donnerstagabend zur Einwohnerversammlung ins Rademiner Dorfgemeinschaftshaus gekommen. Thema: die geplante Abholzung aller Nadelbäume in dem kleinen Ortsteil. "Die Baumwurzeln drücken die Asphaltdecke hoch", nannte Ortsbürgermeister Lutz Schermer das Problem. "Uns wurde empfohlen, alle zu fällen und dafür Obstbäume zu pflanzen, die ohnehin besser ins Ortsbild passen", sagte er zur Begründung.

Ja, es gebe mindestens zwei Dellen in der Fahrbahn, räumten die Ortwinkler ein. "Aber deshalb müssen ja nicht gleich alle Bäume weg", wandte Sandra Herms ein.

"Drei oder vier Bäume zu fällen, die den Asphalt besonders schädigen, tut nicht weh", schätzte Ulrike Müller ein. Dann könne dort die Fahrbahn repariert werden. "Obwohl schon jetzt unsere Straße deutlich besser ist als manche im Umland", betonte sie.

Aber sie sei gegen eine gänzliche Rodung und mit ihr zahlreiche Ortwinkler, deren Unterschriften sie auf einer Protestliste gesammelt hatte. "Die immergrünen Gehölze gerade am Feldrand dienen als Windschutz", machte sie klar. Außerdem lebten darin viele Vögel und unzählige Eulen, die wiederum auf Mäusejagd gingen. "Außerdem geht ohne diese Nadelhölzer die typische Optik unseres Ortes verloren", so Ulrike Müller.

"Wir wollen keine Entscheidung ohne die Ortwinkler fällen", sagte Lutz Schermer. Deshalb will er sich zusammen mit dem Ortschaftsrat im Frühjahr zu einem Ortstermin mit den Bürgern treffen, um die tatsächlichen Schäden zu begutachten. Dann sollen die zum Fällen in Frage kommenden Bäume ausgesucht werden.