Die neue Wählergemeinschaft "Die Hanseaten" will Salzwedel als Arbeits- und Wohnstandort attraktiver machen. Dafür möchte die Gruppe die städtischen Ausgaben erhöhen. Bei einem Forum will sie ihre Pläne nun den Bürgern vorstellen.

Salzwedel l Eine attraktivere Innenstadt, der Erhalt aller Sportstätten und ein umfassendes Stadtentwicklungskonzept - Die Wählergemeinschaft "Die Hanseaten" hat ehrgeizige Ziele für Salzwedel. Für ihre Umsetzung setzt die Gruppe, die am 25. Mai erstmals in den Stadtrat gewählt werden möchte, auf höhere städtische Ausgaben.

Wie das funktionieren soll, diese Frage sei ihm in den vergangenen Tagen oft gestellt worden, sagt Andreas Gödecke, einer der Sprecher der Gruppe. Seine Antwort zielt auf die Landespolitik: "Wir halten es für einen riesigen Fehler, bei guter Gewerbesteuerlage, die Schlüsselzuweisungen des Landes für die Kommunen zu verringern", sagt er. Damit werde der Anreiz für eine solide Haushaltsführung in Frage gestellt. "Natürlich müssen wir ordentlich mit Steuergeld umgehen." Doch weil in einigen Bereichen zu wenig investiert werde, fielen der Stadt die Probleme schon jetzt auf die Füße.

Als Beispiel nennt Gödecke das Hallenbad.

Schwimmhalle nicht zukunftsfähig

Die vorhandene Einrichtung ist seiner Meinung nach nicht zukunftsfähig.

"Es gibt zu wenig Platz, von einem Wellnessbereich will ich erst gar nicht reden." Aus der Schwimmhalle ist aus seiner Sicht baulich nicht mehr viel zu machen. Gödecke hält den Ausbau des Salzwedeler Freibads zu einem ganzjährig nutzbaren Bad für eine Alternative. "Darüber sollte man sprechen", sagt er. Auch die Innenstadt wollen die Hanseaten mit stärkerem kommunalen Engagement beleben.

Die Stadt könnte die Fußgängerzone nicht nur mit Lichteffekten oder Blumen schöner machen, sondern Geschäftsgründern darüber hinaus eine Art Starthilfe gewähren. "Statt eines namhaften Einkaufszentrums muss die Stadt hier selbst zum Zugpferd werden", sagt Gödecke. Um Salzwedel attraktiver zu machen, schrecken die Hanseaten dabei auch vor neuen Krediten nicht zurück. "Wo Investitionen nachhaltig sind, schließen wir das absolut nicht aus", sagt Gödecke.

Über ihre Ziele will die vor vier Monaten gegründete Wählergemeinschaft am Mittwoch, 12. Februar, bei einem Forum mit interessierten Bürgern diskutieren. Beginn ist um 19 Uhr im Hanseat (Altperverstraße 23).

Unabhängig vom Ausgang des Abends steht eines schon fest: "Wir werden einen Brief an Finanzminister Jens Bullerjahn schreiben, in dem wir ihm unseren Standpunkt darlegen", sagt Andreas Gödecke.