Der Wirtschaftshof soll erhalten bleiben. Noch in diesem Jahr ist der Kauf eines Teleskopladers für 100 000 Euro anvisiert. Nur neue Technik verbessert die Effektivität der Arbeit. Das ist Fazit der Debatte im Bauausschuss. Die Ausgabe ist noch nicht im Haushalt eingeplant.

Arendsee l "Durch den Kauf ordentlicher Technik wird nur noch die Hälfte der Zeit für die Arbeiten gebraucht", erklärte Stadtrat Olaf Ollendorf aus Vissum (Fraktion Arendsee Land) am Dienstagabend während der öffentlichen Sitzung des Arendseer Bauausschusses. Damit setzte er einen Schlusspunkt unter die einstündige Diskussion um Effektivität, Personalbestand und Erhalt des Arendseer Wirtschaftshofes.

Dabei stand nicht nur die Technik, sondern auch das Personal im Mittelpunkt.

"Dann muss eben der Haushalt umgerüstet oder Kredit aufgenommen werden."

Ausschussmitglied Klaus Führ

"Zurzeit sind dort 8,025 VBE-Stellen, das sind mehr als acht Beschäftigte, aber eben nicht alle in voller Stundenzahl", informierte Hauptamtsleiter Andreas Koch über den Personalstand. Noch bleibe der erhalten. "Aber ab 2016/17 ist der Abbau vorgesehen, indem aus Altersgründen wegfallende Stellen nicht wieder besetzt werden", machte er klar. Das bedeute, dass schon 2018 nur noch fünf Beschäftigte die Arbeiten verrichten sollen.

"Wenn schon 2016 Kräfte ausscheiden, müssen eben für die anfallenden notwendigen Arbeiten neue eingestellt werden" forderte Ausschussmitglied Klaus Führ (Die Linke). Und wenn die bestehende Technik nicht mehr ausreiche, müsse investiert werden. "Dann muss eben der Haushalt umgerüstet oder ein Kredit aufgenommen werden", brachte er seine Meinung auf den Punkt. Der schlossen sich andere Ausschussmitglieder an.

Die Aussicht auf einen Kredit sei gleich null, da die Stadt in der Konsolidierung stecke und außerdem das Stark-II-Programm in Anspruch nehme, machte Koch klar. "Aber wenn es der politische Wille ist, den Wirtschaftshof zu behalten und mit neuer Technik auszustatten, wäre das ein Signal für die Verwaltung, das mit Fakten und Zahlen zu unterlegen", sagte er.

"Wir können uns nicht einerseits über einen ausgeglichenen Etat freuen und andererseits den Wirtschaftshof mit maroder Technik arbeiten lassen", argumentierte Stadtrat Uwe Walter (SPD). Ein Luftkurort komme nicht ohne diese schnelle Eingreiftruppe aus, die auch kurzfristige Arbeiten schnell erledigen könne. Das sei bei einer Vergabe der Leistungen an Fremdfirmen nicht mehr möglich.

Auch Ratsherr Horst Bretschneider aus Kaulitz (Arendsee Land) wandte sich gegen eine Privatisierung des Hofes. "Viele Kommunen, die ihre Bauhöfe abschafften, führen sie wieder ein", meinte er. Beim Winterdienst etwa müsse auch die Bereitschaft mit bezahlt werden. "Da ist es vielleicht günstiger, selbst in die Technik zu investieren."

"An dem Punkt, den Wirtschaftshof zu behalten, waren wir schon", wandte Ollendorf mit Blick auf Vorjahresdebatten ein. Er wünsche sich ein Statement der Mitarbeiter.

"Der jetzige Zustand unseres Maschinenparks ist kurz gesagt auf Steinzeitniveau."

Wirtschaftshofleiter Ralf Tröster

"Wenn es heißt, alle Aufgaben bleiben bei der Stadt, müssen Stellen wieder besetzt werden", meldete sich Uwe Niemtschke zu Wort, der bis zum Dienstantritt von Ralf Tröster als verantwortlicher Leiter die Arbeiten koordinierte. Es sei eine bekannte Tatsache, dass die Maschinen marode seien und für ständige Reparaturen Geld ausgegeben werde, das besser in den Kauf neuer Technik fließe.

"Ein Teleskoplader zum Verladen von Laub- und Streusalzsäcken, für den Baumschnitt und weitere Arbeiten wäre eine lohnende Ausgabe", sagte Tröster. Seit Jahren werde so ein Gerät ausgeliehen, was zu Terminschwierigkeiten führe. Ebenfalls notwendig wäre ein Universalfahrzeug zum Reinigen und Mähen. "Der jetzige Zustand unseres Maschinenparkes ist kurz gesagt auf Steinzeitniveau", fasste er zusammen.

Mit Multicars, zwei Traktoren und dem Winterdienstfahrzeug müssen die Grünflächenpflege und der Winterdienst sowie Reparaturaufträge in sämtlichen Ortsteilen der Einheitsgemeinde bewältigt werden. Teilweise sind Arbeiten schon vergeben. Nach der Ausschusssitzung bleibt offen, ob die vorgesehene Auftragsvergabe für Seewegsanierung und mehr erfolgt oder nicht.

Beschlossen ist auf jeden Fall der Kauf des Teleskopladers für zirka 100 000 Euro. Der Auftrag für Kämmerin Sigrid Lüdecke ist, das Geld dafür zu finden.

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