Was lange währt, muss endlich gut werden: Nach dreijährigem Hin und Her sind die Aufträge für den Aussichtsturm am Zießauer Bootsanleger vergeben. Es entsteht ein acht Meter hohes Lärchenholzbauwerk mit drei Plattformen. Kosten: 60 000 Euro.

Zießau l "Der Bau wird teurer als anfangs gedacht - von ursprünglich 48 000 Euro stiegen sie auf rund 60 000 Euro", erklärte Arendsees Vizebauamtsleiterin Monika Leue gestern auf Nachfrage. Bereits 2010 hatte der Schramper Ortschaftsrat das Vorhaben beschlossen. Die Fördermittel in Höhe von 75 Prozent aus dem Leader-Programm waren vorsorglich beantragt worden. Den Eigenanteil wollte die zur Einheitsgemeinde Arendsee gehörende Ortschaft aus der Rücklage bestreiten. Doch erst 2011 kam es zur konkreten Planung.

Der Plan: Im Sommer sollte die Lärchenholzkonstruktion mit einer Höhe von 8 Metern und einem Umfang von 3 mal 5 Metern errichtetet werden. Hölzerne Stufen sollten emporführen, das Ganze mit einem kleinen Spitzdach geschützt sein.

Hin und Her um Rücklagenverwendung

Die Standortwahl fiel auf das Areal am Bootsanleger, von wo aus die Besucher ihre Blicke sowohl weit über den Arendsee und den Schilfgürtel als auch über die Wiesen vor Zießau schweifen lassen können.

Das Projekt war auch vom Kreisumweltamt und dem Landesbetrieb für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft begutachtet worden, da das Land Seeeigentümer ist und auch über die angrenzenden Uferbereiche das Sagen hat.

Doch schon 2011 begann das Dilemma, denn im Gebietsänderungsvertrag der Ex-Gemeinde Schrampe war die Rücklagenverwendung nicht als ausdrücklich an ein bestimmtes Projekt gebunden vermerkt. Um den ohnehin schon schwierigen Haushalt nicht zusätzlich durch unklare Mittelausweisung zu gefährden, strichen die Arendseer Stadträte das Vorhaben ganz.

Auch der zweite Anlauf misslang, weil die Leadermittel neu beantragt werden mussten. Erst 2013 gelang die Genehmigung und auch im Etat stand das Projekt offiziell.

Im Januar 2014 vergab der Arendseer Bauausschuss die notwendigen Aufträge in zwei Losen: die Tiefbauarbeiten für die Fundamentlegung und den Sockelbau, die Zimmererarbeiten mit Montage. "Sobald es trockener wird, kann es losgehen", schätzte Monika Leue ein.

Umstritten war der Turm auch bei einigen Stadträten, die vor Vandalismus und Verfall warnten, wenn niemand das Holz pflege.