Ein Stück Südamerika lässt sich in Salzwedel an der Arendseer Straße finden. Auf dem Grundstück von Peter Bellmann laufen vier Nandus umher.

Salzwedel l Wenn Peter Bellmann in seinen Garten geht, dann meist mit einem kleinen Schälchen mit Obst oder Salat in der Hand. Doch die gesunde Zwischenmahlzeit ist nicht etwa für ihn bestimmt, sondern für seine Nandus. Vier der südamerikanischen Laufvögel beherbergt er auf seinem Grundstück. "Erst wollte ich Schafe züchten. Doch die hätten mir meine Tannen abgefressen", erzählt der 45-Jährige.

Ein Bekannter brachte ihn dann auf die Idee, Nandus zu halten. "Ich musste mich natürlich erstmal informieren, da ich noch nie von diesen Tieren gehört hatte. Aber dann war ich überzeugt, dass diese Vögel genau richtig für meine große Grünfläche wären", erinnert sich der Salzwedeler.

Kurze Zeit später kaufte er sich eine legebereite Henne und ein Küken, die er zunächst getrennt voneinander hielt. Doch das Abenteuer Nandu-Haltung sollte bereits nach wenigen Wochen vorerst beendet sein. "Das Küken ist von einem Raubvogel gefressen worden. Und auch die Henne ist mir danach eingegangen", schildert Peter Bellmann. Für den Hansestädter war das Kapitel Laufvögel damit eigentlich beendet.

Zuspruch der Familie für zweiten Anlauf

"Doch meine Familie hat mich dann davon überzeugt, noch einen zweiten Anlauf zu wagen." Also hörte er sich um, kaufte schließlich drei Nandu-Hennen aus Halle. Einen Hahn konnte er in Hoyersburg erwerben. Billig seien die Tiere jedoch nicht gewesen. Für eine Legehenne müsse man schon zwischen 400 und 500 Euro zahlen. Ein Hahn koste bis zu 300 Euro, so Bellmann.

"Dafür hat man nach der Anschaffung eigentlich keine weiteren Kosten mehr. Die Vögel sind sehr pflegeleicht, brauchen eigentlich nur Gras, Wasser und genügend Auslauf", erklärt der 45-Jährige. Wenn es wärmer wird, legen die Hennen alle zwei bis drei Tage ein Ei. Den Sommer über kommen so zwischen 20 und 30 Eier zusammen.

"Geschmacklich unterscheiden sie sich eigentlich kaum von Hühnereiern. Aber sie sind ungefähr 15 Mal so groß. Wenn man Rührei macht, wird man deshalb von einem Ei satt", sagt Peter Bellmann.

Hahn brütet die Eier aus

Die Nachfrage nach Nandu-Eiern, egal ob gefüllt oder ausgepustet, sei groß. Und auch Küken sind schon in Bellmanns großem Freilandgehege gelaufen. "Das besondere bei den Nandus ist, dass der Hahn die Eier ausbrütet. Die Hennen legen sie irgendwo auf dem Gelände ab und der Hahn rollt die Eier dann zum Brutplatz", erklärt der Hansestädter.

Während der Brutzeit kontrolliert Peter Bellmann das Gelege alle zwei Tage, sortiert faule Eier aus. "Das ist wichtig. Denn der Hahn brütet solange, bis auch das letzte Küken geschlüpft ist. Sind die Eier faul, kann es sein, das er sich totbrütet", weiß der Salzwedeler.

Eigentlich hatte er ein Küken behalten wollen, doch ein Interessent aus Rostock habe sie ihm alle abgekauft. "Aber im Sommer gibt es ja bestimmt wieder Nachwuchs."