Still ruht der See in Sachen Sanierung, scheint es. Die geplante Phosphorfällung zur Verhinderung der Blaualgenmassenentwicklung lässt auf sich warten. Der Grund: Vorher soll die Eintragsquelle gefunden und ausgeschaltet werden. Dafür gibt das Land 150000 Euro aus.

Arendsee l Forscher fanden es heraus: Eine Grundwasserader unter der Stadt bringt phosphorhaltiges Wasser in den Arendsee. Ob es die einzige Ursache der starken Phosphorbelastung ist oder ob weitere Eintragsquellen dafür sorgen, soll jetzt ein neues Gutachten herausbringen.

Damit hat das Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt (MLU) die Landesanstalt für Altlastenfreistellung (LAF) beauftragt. "Ziel ist zunächst, ein Konzept für eine Quellenanalyse möglicher Altlasten aufzustellen", informierte Ministeriumssprecherin Jeanette Tandem auf Nachfrage der Volksstimme.

Erster Arbeitsschritt: Sichtung und Prüfung sämtlicher Unterlagen, die aus den Vorjahresforschungen zur Verfügung stehen. "Dabei konnte allerdings keine konkrete Verortung einer Altlastenquelle festgestellt werden", fügte sie hinzu.

Deshalb beginne im Frühjahr eine sogenannte Sanierungsuntersuchung, bei der unter anderem auch historische Dokumente und Luftbilder hinzugezogen werden. Konkrete Tests vor Ort gehören ebenfalls dazu.

Neun Monate für neue Tests und Proben

"Aus der laufenden Bearbeitung ergibt sich auch die Einbeziehung der Einwohner", kündigte Tandel an. Das bedeutet: Anwohner und Zeitzeugen werden befragt. Proben auf privaten Grundstücken seien angefacht. "Wir rechnen mit einer Dauer von neun Monaten, nach denen dann ein aussagekräftiges Gutachten vorliegen soll", so Tandel.

Daraus sollen Schlüsse gezogen werden für die weitere Vorgehensweise. Denn Ziel sei es, die festgestellten Phosphorquellen von außen einzugrenzen oder ganz auszuschließen.

Immer wieder hatten auch die Forscher vom Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei drauf hingewiesen, dass das von ihnen favorisierte Sanierungsverfahren der Phosphorfällung mittels Polyaluminiumchlorid nur Erfolg mit Langzeitwirkung und Nachhaltigkeit habe, wenn vorher die externen Phosphorquellen eliminiert sind.

Sanierungsmaßnahmen werden seit Jahren besonders von den Tourismusanbietern am und um den Arendsee gefordert. Denn wenn im Hochsommer die Blaualge blüht, wird das Badevergnügen beeinträchtigt.