Einen gemeinsamen Verband für alle Feuerwehren des Altmarkkreises wird es erst einmal nicht geben. Während der Zusammenkunft des Feuerwehrverbandes Altmarkkreis Salzwedel wurde eine Kooperation befürwortet, eine Fusion jedoch abgelehnt.

Jeggeleben l Gab es bereits Treffen und Gespräche? Ralph Giesser, Chef der Badeler Brandbekämpfer und stellvertretender Kreisbrandmeister, sprach während der Verbandsversammlung in Jeggeleben ein in den zurückliegenden Jahren immer wieder erörtertes Thema an.

Ingo Kaufhold hatte vor drei Jahren bei seiner Wahl zum Vorsitzenden des Kreisfeuerwehrverbandes Gardelegen den Zusammenschluss beider Verbände als Ziel genannt. Der Arbeitstitel lautete Kreisfeuerwehrverband Altmark West, der Vorsitzende sollte in Personalunion auch Kreisbrandmeister sein, hatte Kaufhold damals seine Vorstellungen in der Volksstimme dargelegt. Er hielt im Februar 2011 den Zeitpunkt angesichts der neuen kommunalen Strukturen mit fünf Einheits- und einer Verbandsgemeinde für gekommen.

Gemeinsame Aktivitäten

Der Feuerwehrverband Altmarkkreis Salzwedel hat 100Mitgliedswehren aus den Einheitsgemeinden Salzwedel und Arendsee sowie aus den Orten der früheren Verwaltungsgemeinschaft Altmark-Mitte, die heute zur Einheitsgemeinde Kalbe gehören, dazu die Wehren aus der Verbandsgemeinde Beetzendorf-Diesdorf sowie Lockstedt.

Der Kreisfeuerwehrverband Gardelegen hat 51 Mitgliedswehren aus den Einheitsgemeinden Gardelegen, Kalbe und Klötze.

Es habe in den zurückliegenden Monaten Treffen der Vorstände gegeben, erwiderte Karin Wunderlich, Vorsitzende des Feuerwehrverbandes Altmarkkreis Salzwedel, auf die Nachfrage Giessers. Es gebe inzwischen auch gemeinsame Aktivitäten in den Bereichen Wettkampf und Jugend, auch über die Idee eines gemeinsamen Zeltlagers für die Mitglieder der Jugendwehren habe man nachgedacht. Außerdem geben beide Verbände regelmäßig ein Malbuch zum Thema Brandschutz für Kinder heraus. Des Weiteren sollten auf der Ebene der Fachbereiche Berührungspunkte gefunden und -ängste abgebaut werden.

"Ein gemeinsamer Verband wäre ein riesiges Gebilde mit viel zu großen Strukturen", gab sie zu bedenken. Aber wenn die Basis den Zusammenschluss wolle, dann werde sich kein Vorstand dagegen sperren, fügte Karin Wunderlich hinzu.

Hinweis auf das "Bekenntnis der Hände"

Die Zusammenarbeit funktioniere, daher sei es besser, wenn zwei Verbände mit einer Stimme sprechen, legte die Vorsitzende ihre Position dar, die die Delegierten in der Gaststätte "Feine Sache" mit Applaus bedachten.

Vize-Vorsitzender Michael Olms verwies auf dieses "Bekenntnis der Hände" und erinnerte daran, dass die Vereinigung von Feuerwehrverbänden in anderen Landkreisen wieder rückgängig gemacht wurde. Es gebe in der westlichen Altmark keinen Auftrag für eine Fusion, stellte Michael Olms klar.

Doch mit der Idee eines gemeinsamen Verbandes können sich offensichtlich auch die Wehren im Süden des Landkreises nur schwer anfreunden. Er habe in den zurückliegenden Jahren für seine Idee viel Energie investiert und viel Gegenwind erfahren. "Es ist vernünftig, zusammenzuarbeiten", so sein Fazit.

Allerdings will Kaufhold nicht ausschließen, dass es eines Tages doch einen gemeinsamen Verband in der westlichen Altmark gibt. "Irgendwann wird es dazu kommen, wenn es keine Führungskräfte mehr gibt. Denn Verbandsarbeit ist Feuerwehrarbeit, weder Spaß noch Kultur", so Kaufhold.