Ein ungewohnter Tag für die Meeresangler aus Salzwedel. Sind sie sonst die großen Kutter und hohen Wellen gewohnt, waren sie dennoch am Sonntag an der Jeetze zu finden. Naturschutz stand auf dem Programm.

Salzwedel l "Jaaa, ich habe einen am Haken", ruft der sechsjährige Fynn Gesk und die Mitglieder des Angelvereins Salzwedel sind begeistert. Sie freuen sich über ihren Nachwuchs. "Er bringt Leben in den Verein", sagt Dennis Fehse, der auch das Kinderangeln eingeführt hat, um sie an das Meeresangeln heranzuführen. Denn das ist, was die Gruppe eigentlich macht.

Mitte der 1990er Jahre schlossen sich einige Begeisterte zusammen, um auf der Ostsee zu fischen. Doch das sei momentan nicht möglich, erzählt Heino Melzian, Deutscher Meister im Meeresangeln: "Die Dorsche laichen, deswegen sind wir heute an der Jeetze zum Friedfischangeln." Diese sollen dann, sofern das Umweltamt die Zustimmung gibt, in den Molmker Bach umgesetzt werden, um den dortigen Bestand neu aufzubauen.

"Unsere Heimat liegt uns am Herzen."

Das Fischen am Sonntag sei erst mal nur ein Probeangeln, um zu sehen, ob es denn auch genügend Fische in der Jeetze gebe. "Unsere Heimat liegt uns am Herzen", sagt Melzian. Gleichzeitig sei es auch eine gute Möglichkeit für die Kinder, die Rute in die Hand zu nehmen und ein paar Fische an Land zu ziehen. "Jeder Fisch, egal wie klein, hat seine eigene Bedeutung im Wasser", sagt er. Und diese müssten die Jung-angler auch schätzen lernen.

Einer von denjenigen, die das schon längst erkannt haben, ist der 15-jährige Marvin Schick. "Ich bin da hineingeboren und empfinde die Natur und das Wasser um mich herum als etwas Besonderes", berichtet der sachsen-anhaltinische Schülermeister im Meeresangeln.

Diese Erfolge konnte er wohl nicht zuletzt auch durch den intensiven Zusammenhalt unter den Anglern verzeichnen. "Hier unterstützt jeder jeden. Vor allem in der Nachwuchsförderung", erzählt Dennis Fehse stolz. Offensichtlich macht das eine Menge aus, denn die Salzwedeler Angler sind auch international bekannt. Länder wie Polen, Norwegen, Italien oder Island werden beispielsweise regelmäßig zu Meeresangelveranstaltungen besucht.

"Es ist das spannendste Hobby der Welt", sagt Heino Melzian mit einem Lächeln. Man käme viel herum und vor allem sei man beim Angeln mit sich und der Natur im Reinen.

"Es ist nicht nur Rumsitzen und Warten."

Doch auch lustige Momente haben die Hochseeangler schon erlebt. "Da gab es einen großen Dorsch, der die Köder von zwei Anglern gefressen hatte, die sich in verschiedenen Booten gegenüberstanden", schmunzelt Melzian.

Das seien solche Erlebnisse, die ihm im Gedächtnis hängen blieben. "Nein, es ist nicht nur langweiliges Herumsitzen und Warten. Man kann da viel erleben."

Mittlerweile verzeichnet der Angelverein der Hansestadt immerhin rund 50 Mitstreiter. Um Nachwuchs seien sie dennoch bemüht, denn es sei das Schönste, meint Dennis Fehse, wenn man das Leuchten in den Kinderaugen sieht, sobald es an der Angel zappele.

Zustimmung von Michael Krause: "Das Angeln kann auch zum Familiensport werden." Doch sofort ist der Deutsche Vizemeister im Meeresangeln von 2010 wieder bei Sohn Fynn, der erneut den nächsten Fisch lauthals präsentiert.

 

Bilder