Der Bevölkerungsschwund in der Verbandsgemeinde (VG) hat sich auch im vergangenen Jahr fortgesetzt, wenn auch nicht so stark wie in anderen Regionen der Altmark. Um 112 sank die Einwohnerzahl gegenüber 2009. Nur Apenburg-Winterfeld, Kuhfelde und das inzwischen nach Diesdorf eingemeindete Mehmke stemmen sich gegen den Trend.

Beetzendorf. Verglichen mit anderen Einheits- und Verbandsgemeinden in der Altmark hält sich der Bevölkerungsrückgang in der seit einem Jahr existierenden VG Beetzendorf-Diesdorf noch in Grenzen. 112 Einwohner weniger als noch Ende 2009 stellen Verbandsgemeinde-Bürgermeisterin Christiane Lüdemann zwar nicht zufrieden, "aber es ist im Rahmen geblieben", zeigte sie sich am Donnerstag bei der Präsentation der aktuellen Zahlen erleichtert. Den stärksten Rückgang hat die Gemeinde Dähre zu verzeichnen, deren Einwohnerzahl um 28 sank. Dabei gab es hier 2010 als einzige Mitgliedsgemeinde einen Geburtenüberschuss. Zwölf Neugeborenen standen lediglich acht Sterbefälle gegenüber. Doch die hohe Zahl der Wegzüge, die diejenige der Zuzüge um 32 übertraf, machte diesen Erfolg gleich wieder zunichte.

Gemeinden, die für 2010 eine leicht steigende Einwohnerzahl aufweisen konnten, sind Apenburg-Winterfeld, Kuhfelde und Mehmke. Letztere wurde zum 1. September allerdings nach Diesdorf eingemeindet und wendet damit die negativen Zahlen des Fleckens letztlich ins Plus (im Infokasten zur besseren Vergleichbarkeit nicht eingerechnet).

Größte Gemeinde der VG bleibt Beetzendorf mit 3355 Einwohnern vor dem Flecken Diesdorf (2483) und dem Flecken Apenburg-Winterfeld (1791). Auch sonst hat sich nur eine Position in der Rangfolge verändert. Rohrberg (1154), das 2010 insgesamt 26 Einwohner verlor, musste Rang sechs an Kuhfelde (1179) abgeben. Kleinste Gemeinde ist nunmehr Wallstawe mit 944 Einwohnern, knapp unter der bei der Gebietsreform gesetzlich geforderten Mindestzahl von 1000 Einwohnern für Mitgliedsgemeinden einer VG.

Die Diskrepanz zwischen Geburten und Sterbefällen ist besonders in Beetzendorf sehr hoch. Hier starben im vergangenen Jahr 51 Menschen, nur 22 erblickten neu das Licht der Welt. Geburtenstärkste Gemeinde ist der Flecken Diesdorf, wo 23 neue Erdenbürger begrüßt werden konnten. Allerdings starben auch hier im vergangenen Jahr weitaus mehr Menschen (40).

Bis 2050 Rückgang um 40 Prozent erwartet

Absolut zufrieden sein kann der Flecken Apenburg-Winterfeld. Nicht nur dass sich Geburten und Sterbefälle mit je zwölf 2010 genau die Waage hielten, auch die Wanderungsbilanz ist positiv. 80 Wegzügen stehen 87 Zuzüge gegenüber. Ein positives Saldo können aber auch Beetzendorf (+23), Kuhfelde (+9) und Mehmke (+7) vorweisen.

Neben Dähre sind vor allem Jübar (-18), Rohrberg (-17) und Wallstawe (-16) von der Abwanderung betroffen. Aber auch der Flecken Diesdorf musste 120 Bewohner verabschieden, nur 110 kamen neu hinzu.

Glaubt man Statistikmodellen, wird sich der Bevölkerungsschwund in der Verbandsgemeinde in den nächsten Jahren noch verstärken. Berechnungen der Hannoveraner Gesellschaft für Organisationsentwicklung (ARF) zufolge könnte die Einwohnerzahl bis 2050 um 40 Prozent sinken.