Seit der Wende führt Beate Döge Besucher durch die Straßen der Hansestadt. Eine Spezialität der 69-jährigen Salzwedelerin sind Touren mit Kindern.

Salzwedel l Wenn Beate Döge mit Kindern arbeiten kann, dann geht ihr dabei jedes Mal das Herz auf. "Die Kleinen sind meist so spontan. Das finde ich einfach toll", sagt die Salzwedelerin. Seit 1990 ist die Rentnerin als Stadtführerin tätig, hat sich besonders auf Kindertouren spezialisiert. Als gelernte Berufsschullehrerin liegt ihr das sozusagen im Blut.

"Besonders schön sind die Sagenführungen. Da verkleide ich mich dann auch immer als altmärkische Sagengestalt und die Kinder sind sehr aufmerksam und gespannt, was sie alles erwartet", erzählt die 69-Jährige. Als Stadtführer sei es besonders wichtig, nicht durch die Straßen zu hetzen, sondern sich Zeit zu nehmen und auf die Gäste einzugehen. "Ich freue mich immer, wenn die Besucher bei der Buchung einer Stadtführung ihre Wünsche äußern. Dann kann ich die Tour dementsprechend gestalten", erklärt Beate Döge.

Lieblingsweg führt durch den Burggarten

Die gebürtige Hansestädterin hat über die Jahre nicht nur einen Lieblingsplatz, sondern einen ganzen Lieblingsweg für ihre Touren gefunden. "Von der Tourist-Information geht es in den Schrangen. Dort zeige ich den Gästen gern die Gullydeckel mit den Wappen von Alt- und Neustadt drauf." Über den Lohteich, als ehemals letzte Straße, die zwischen Alt- und Neustadt bebaut werden durfte, führt sie ihre Teilnehmer gern zum Marktplatz. "Nicht jede Stadt hat eine frühere Schule, die zu einem Bürgercenter umgebaut wurde. Das ist schon etwas Besonderes", so Beate Döge.

Von dort geht es dann zu ihrem Lieblingsplatz, dem Bergahorn im Burggarten. Selbst viele Salzwedeler würden diesen Ort, der sich links vom Burgturm befindet, nicht kennen, meint die Oma von vier Enkeln. "Der Burggarten ist die grüne Oase der Stadt. Aber wenn die Bäume kahl sind, hat man vom Bergahorn aus einen noch besseren Blick über das Gelände."

Der Burgturm ist ein Überbleibsel der ehemaligen Burg Salzwedel. Ursprünglich sei er zirka vier Meter höher gewesen und habe ein Kegeldach gehabt, erklärt die Stadtführerin. "Die Akustik im Innern ist einfach klasse. Deshalb fordere ich die Gäste bei meinen Führungen immer auf, dort zu singen. Die meisten machen dann auch mit", sagt Beate Döge, die in ihrer Freizeit Leseoma in zwei Kindertagesstätten und Mitglied in zwei Schreibgruppen ist. "Unsere Stadt ist wirklich schön. Das Einzige, was mich stört, ist, dass es im Tierpark kein Parkhäuschen mehr gibt. Das war besonders für die Kinder ein Anlaufpunkt."