Der Winter machte es den Dahrendorfern leicht. Bei ihrem 19. Faseloom-Zug am Sonnabend mussten sie die kalte Jahreszeit kaum noch ernsthaft austreiben. Stattdessen standen Musik, Außerirdische und ein total verrückter Bär im Mittelpunkt.

Dahrendorf l Der Bär des 19. Faseloom-Zugs war wirklich nicht zu beneiden. Bei strahlendem Sonnenschein musste er am Sonnabend stundenlang in dickem Pelz durch Dahrendorf trotten, bevor er am späten Nachmittag endlich seinen Namen preisgeben durfte. Doch seine Begleiter taten ihr Bestes, um Meister Petz bei Laune zu halten. Schließlich sollte mit seinen Tänzen auch in diesem Jahr der Winter aus der Altmark vertrieben werden.

Am frühen Nachmittag starteten die Dahrendorfer gut gelaunt mit Traktorwagen und in bunte Kostüme gehüllt am Dorfgemeinschaftshaus. Dieter Amft an der Gitarre und Heiko Kinzel als Schlagzeuger trällerten fröhliche Lieder, als es zum ersten Hof ging.

Doch auf halber Wegstrecke sorgte Künstler Andreas Hertel für erste Verwirrungen. Vor einer silbernen Kapsel fuchtelte er mit einer Fahne herum und rief: "Die Außerirdischen sind gelandet!" Ließ sich der Zug davon zunächst noch nicht beeindrucken, so hielten Bärenführer Reinhold Gonschior und sein Gefolge auf dem Rückweg an, um einen Blick in das Ufo zu werfen. Es folgte ein Tänzchen mit Andreas Hertel und dem als grüner Gartenzwerg getarnten Außerirdischen. Zum Lohn bekam das Faselooms-Gefolge um Kiepenträger Reinhard Schöffler eine ganze Ladung goldener Eier. Nur wenige Meter weiter hatte dann allerdings der Bär die Faxen dicke. Am Dorfgemeinschaftshaus riss er sich von seinem Begleiter los, rollte ins Gras und blieb bewegungslos liegen. Doch auch auf solche Eventualitäten hatten sich die mit derartigen Ausbüchsereien erfahrenen Dahrendorfer vorbereitet. Als Dr. Me(d)t erweckte Rüdiger Striecks den Bären mit einer Spritze und zwei Schnäpsen wieder zum Leben.

Der Rest der Tour verlief reibungslos. Nach altem Brauch hielt das Faselooms-Gefolge an jeder Haustür im Dorf an. Nachdem sie Eier, Gurken und Schlackwurst gespendet hatte, wurde dabei etwa Brigitte Tichatzky mit einem Tänzchen mit dem Bären belohnt. Am Ende des Tages lud das Faseloom-Gefolge alle Anwohner und Gäste zum großen Festmahl ins Dorfgemeinschaftshaus ein. Hier durfte dann auch endlich ein ziemlich erschöpfter Bär seinen Namen verraten: Es war wie bereits in den vergangenen Jahren Jan Michael Nonnast.

Das Faselooms-Fest wurde in Dahrendorf nach der Wiedervereinigung neu belebt. Im nächsten Jahr feiert es 20-jähriges Bestehen. In seiner Kindheit nach dem Zweiten Weltkrieg sei der Bär noch mit Erbsenstroh kostümiert durchs Dorf gezogen, erzählte Jürgen Striecks. Inzwischen kommt das Bären-Kostüm als Leihgabe vom Theater der Altmark. Für das Fest entwerfen die Dahrendorfer in jedem Jahr neue Kostüme und Rollen. Unterstützt werden die Organisatoren dabei vom Dorfklub und dem Dährer Karnevalsverein.

Mehr Bilder zum Faseloom finden Sie unter www.volksstimme.de/salzwedel.

Faseloom in Dahrendorf

Dahrendorf (aw) l Der Winter machte es den Dahrendorfern leicht. Bei ihrem 19. Faseloom-Zug am Sonnabend mussten sie die kalte Jahreszeit kaum noch ernsthaft austreiben. Stattdessen standen Musik, Außerirdische und ein total verrückter Bär im Mittelpunkt.