Mit nur 24 Jahren hat Carolin Hornkohl das Reitstadion am Gerstedter Weg übernommen. Nach der Insolvenz des aufgelösten Reitvereins St. Georg möchte die junge Frau dem Stadion und dem Vereinssport in Salzwedel eine neue Zukunft geben.

Salzwedel l Das Salzwedeler Reitstadion hat zwar erst seit einigen Tagen einen neuen Besitzer. Doch Kenner der Anlage sehen sofort: Schon jetzt hat sich einiges getan. Wildwachsende Hecken sind verschwunden, die Pferde haben einen neuen Freilauf bekommen. Es herrscht Aufbruchstimmung auf dem Gelände.

Mit dem Kauf des Stadions hat die erst 24 Jahre alte Salzwedelerin Carolin Hornkohl einen Neuanfang nach dem Untergang gewagt. Denn erst im August vergangenen Jahres hatte der inzwischen aufgelöste Reitverein St. Georg wegen einer Nachzahlungsforderung des Finanzamtes Insolvenz anmelden müssen. Ein Betreiber für das damals noch städtische Gelände fiel damit weg. Die Zukunft von Mitarbeitern, Schulungspferden und des Reitsports in der Stadt war plötzlich in Frage gestellt.

Betroffen war damals auch die passionierte Reiterin Carolin Hornkohl. Doch so traurig das Ende des Reitvereins für sie war - mit der Option zur Übernahme des Stadions bot sich für sie die Möglichkeit, sich einen Lebenstraum zu erfüllen.

Sportstätte soll zu einem Aushängeschild werden

"Ich reite, seitdem ich acht Jahre alt bin", erzählt sie gestern in der Morgensonne auf einer Bank vor den Pferdeställen. Spätestens als ihre Eltern Ulrich und Ellen Hornkohl ihr ein Pony schenkten, habe sie die Leidenschaft für Pferde vollkommen erfasst. Es folgten zahlreiche Titel für die ehrgeizige Salzwedelerin. Mit 18 Jahren wurde sie Landesmeisterin im Dressurreiten. Bis zu ihrem 21. Lebensjahr gehörte sie danach dem Landeskader Sachsen-Anhalts im Dressurreiten an. Im Herbst 2012 absolvierte sie einen Trainerschein für die Reitausbildung. Eine Weiterqualifizierung möchte sie im April anschließen.

Das berufliche Umfeld passte zunächst allerdings so gar nicht zur Reitleidenschaft von Carolin Hornkohl. Als sie nach dem Studium einen Büro-Job in Wolfsburg annahm, sei ihr schnell klar geworden: "Den ganzen Tag drinnen zu sitzen, das ist nichts für mich." Damals sei die Idee entstanden, ihr Hobby zum Beruf zu machen, erzählt sie.

Doch wie genau soll es mit dem Reitsport in Salzwedel nun weitergehen? Mit Blick auf diese Frage hat die 24-Jährige genaue Vorstellungen. Mit Trainerin Birgit Ebeling und Mitarbeiter Marcus Weiß möchte Hornkohl das Stadion in den nächsten Jahren Stück für Stück renovieren. "Wir wollen die Boxen in den Ställen erneuern, den Außenplatz vergrößern und die Reithalle modernisieren", sagt sie.

Eine feste Größe in ihren Planungen bildet dabei auch der im Oktober neu gegründete Reit- und Fahrverein Hansestadt Salzwedel, in dem sie als Vorstandsmitglied selbst aktiv ist. Die Reitschule auf Schulungspferden des Vereins werde es in Zukunft genauso geben wie Kinderreitferien, sagt Hornkohl. "Außerdem hoffe ich, dass wir hier auch bald wieder ein Turnier ausrichten können." Angst vor der Größe der Aufgabe hat die junge Frau nicht. "Ich bin sehr zuversichtlich, dass es gut wird", sagt sie mit einem Lächeln. Für die Zukunft wünscht sie sich vor allem eines: "Das Reitstadion soll zu einem Aushängeschild werden."